Chaos auf Roms Flughafen wegen Streik

6. August 2014, 14:47
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Stellenstreichungen im Rahmen des Etihad-Einstiegs bei Alitalia haben Arbeitsausstand ausgelöst

Rom - Ein wilder Streik des Personals der für den Gepäcktransport auf dem römischen Flughafen Fiumicino zuständigen Handlinggesellschaft sorgt zum dritten Tag in Folge für chaotische Zustände auf Italiens größtem Airport. Über 100 Flüge starteten am Dienstag ohne das Gepäck der Passagiere.

Riesige Mengen von Koffern türmten sich auf dem Flughafen. Stundenlang mussten Reisende auf ihre Koffer warten. In mehreren Fällen ging das Gepäck verloren. Dabei kam es zu heftigen Protesten. Passagiere sprachen von skandalösen Verhältnissen. Der Konsumentenschutzverband Codacons überprüft eine Sammelklage wegen des Schadens für die Passagiere. "Viele Reisende sind an ihren Urlaubszielen angekommen und haben nichts bei sich, weil ihre Koffer nicht angenommen sind", betonte Codacons-Präsident Carlo Rienzi.

Arbeitseinberufung

Der römische Polizeichef drohte mit einer zwangsmäßigen Arbeitseinberufung, sollte der wilde Streik nicht zu Ende gehen. Daraufhin signalisierten die Arbeitnehmer Bereitschaft, wieder den Dienst aufzunehmen. Die Flughafengesellschaft "Aeroporti di Roma" musste 200 Personen einsetzen, um die Lage zu normalisieren.

Die Mitarbeiter der Gesellschaft protestieren gegen Personalkürzungen, die im Rahmen des Einstiegs der arabischen Airline Etihad bei der krisengeschüttelten Alitalia geplant sind. 1.590 Mitarbeiter sollen ihren Job verlieren. Etihad soll mit Investitionen in Höhe von 560 Mio. Euro einen 49-prozentigen Anteil an Alitalia übernehmen.

"Von uns hängt die Sicherheit der Flugzeuge und der Passagiere ab. Wir begreifen nicht, warum gerade unsere Gesellschaft von den Kürzungen so schwer belastet wird", betonte ein Gewerkschaftssprecher. Der italienische Verkehrsminister Maurizio Lupi bezeichnete den Streik am Höhepunkt der Tourismus-Saison als unannehmbar. 140.000 Passagiere pro Tag meldet in dieser August-Woche der römische Flughafen. (APA, 6.8.2014)

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    foto: reuters/max rossi
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