Die Frage nach der Salzburger Antwort

5. August 2014, 16:51
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RB Salzburg will sich nach dem 1:2 bei Karabach Agdam nicht mit dem Schreckensszenario beschäftigen. Es gibt einen Plan, Selbiges zu vermeiden

Salzburg - Nein, "schlechte Fragen" wollte Ralf Rangnick vor so einem wichtigen Spiel nicht beantworten. Als solche stufte Red Bulls Sportdirektor diese ein: "Was passiert, wenn Salzburg den Einzug in das Playoff der Champions League verpasst?"

Freilich, aus Salzburger Sicht wird das nicht passieren. Es steht zwar ein enttäuschendes 1:2 gegen Karabach Agdam in Aserbaidschan zu Buche. Aber zu Hause will der Meister die Sache, no na, noch umdrehen. Und so soll's laut Rangnick und Trainer Adi Hütter funktionieren: Viele Torchancen kreieren, daraus Treffer erzielen; zwei Halbzeiten so spielen, wie in Baku nur in der zweiten Hälfte; von Beginn an das Spiel in die Hand nehmen.

Eine gute Mentalität, so Hütter, habe man schon vor einer Woche gezeigt. Da noch - bis zum Ausschluss in Minute 34 - mit Christian Schwegler, aber ohne Stefan Ilsanker. Der Mittelfeldmann wird dank auskurierter Zehenverletzung wieder zum Einsatz kommen. Neuzugang Peter Ankersen ersetzt den gesperrten Schwegler in der Abwehr.

Hütter: "Wenn wir alle Tugenden auf den Platz bringen, glaube ich, dass wir die bessere Mannschaft sind." Diese brenne auf das Spiel. Es komme aber auch darauf an, kühlen Kopf zu bewahren. Und der Gegner? Hütter: "Man kann davon ausgehen, dass Karabach versuchen wird, das Ergebnis zu verteidigen." Unterschätzt habe man den aserbaidschanischen Meister keineswegs. "Es war keine Überraschung, dass der Gegner stark ist." Rangnick: "Es ist nicht der Pflichtsieg, wie man vielleicht gedacht hat."

Die Pflicht

Für Red Bull aber ist es natürlich ein Pflichtsieg. Der Liga-Spitzenreiter hat dem Ziel Champions League alles untergeordnet. Sollte das Schreckensszenario doch eintreten, wäre Salzburg für heuer immerhin noch nicht weg aus dem europäischen Geschäft. Im Playoff für die Europa League dürfte man weiterspielen - freilich ein schwaches Trostpflaster für die ambitionierten Salzburger.

Die Blamage wäre wohl kleiner als jene gegen Düdelingen vor zwei Jahren. Andererseits hat die Mannschaft mittlerweile deutlich an Spielstärke und an Reife gewonnen. Diese Faktoren wiederum könnten Salzburgs Bruderklub RB Leipzig in der zweiten deutschen Liga weiterhelfen. Gemutmaßt wird, dass einige Leistungsträger bei einem Salzburger Aus abwandern würden. Noch aber bleibt die Chance auf die gute Antwort auf das weniger gute Hinspiel. (rie, DER STANDARD, 06.08.2014)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

Red Bull Salzburg - Karabach Agdam (Red Bull Arena, 20.30 Uhr/live ORF eins, Bobby Madden/SCO).

Hinspiel 1:2, der Aufsteiger steht im Champions-League-Play-off, der Verlierer steigt ins Europa-League-Play-off um (Auslosungen jeweils am Freitag).

Salzburg: Gulacsi - Ankersen, Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Kampl, Ilsanker, Leitgeb, Mane - Alan, Soriano

Ersatz: Walke - Schiemer, Rodnei, Lazaro, Keita, Bruno, Sabitzer, Quaschner

Es fehlen: Schwegler (gesperrt), Vorsah (Knieoperation), Sörensen (Sprunggelenksverletzung), Berisha (Kreuzbandriss)

Agdam: Sehic - Medvedev, Hüseynov, Sadigov, Agolli - Qarayev, Richard - George, Chumbinho, Danilo - Nadirov

Ersatz: Veliyev - Qurbanov, Guliyev, Yusifov, Ahmedov, Tagiyev, Muarem

Es fehlen: Teli, Reynaldo (beide gesperrt)

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    foto: apa/neumayr/mmv

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