Sony Xperia T3 angetestet: Mittelklasse-Androide mit Verarbeitungsproblem

31. August 2014, 11:38
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Solides Hardwarepaket mit kleineren Mankos - teils deftige Spaltmaße

Nach längerer Durststrecke hat Sony es vor zwei Jahren mit dem Xperia Z geschafft, erfolgreich einen Fuß ins Android-Geschäft zu setzen. Die Flaggschiffe sind zwar der sichtbarste, aber nicht der alleinige Bestandteil der Strategie des nach wie vor trudelnden japanischen Elektronikriesen. Dieser führt auch Modelle im Einsteiger- und Mittelklassebereich im Sortiment. Letzteres Segment wurde nun mit dem Xperia T3 um ein neues Gerät erweitert. Der Webstandard hat das Handy einem Kurztest unterzogen.

foto: derstandard.at/pichler
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Brauchbares Display

Das T3 richtet sich an Nutzer, die gerne etwas mehr am Display zu sehen bekommen. Die Diagonale des Bildschirms beträgt 5,3 Zoll, das Gerät ist aufgrund recht dicker Ränder mit 150,7 x 77 Millimeter aber höher und breiter als manche Handys mit noch größeren Bildschirmen – etwa das Oppo Find 7 oder LG G3. Dass es dabei aber nicht gänzlich unhandlich ist, verdankt es seiner geringen Dicke von sieben Millimetern.

Mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixel ist das Display nicht mehr ganz so gestochen scharf wie bei Modellen aus der Highend-Abteilung, die zumeist mit Full-HD-Panels aufwarten. Immerhin: Die Farb- und Kontrastwiedergabe ist ansprechend, die maximale Helligkeit könnte allerdings etwas höher ausfallen.

Passable Performance

Unter der Haube werkt Qualcomms Snapdragon-400 mit einer Quadcore-CPU, deren Taktung maximal 1,4 GHz beträgt. Ihr steht ein GB Arbeitsspeicher zur Seite. Acht GB umfasst der Onboardspeicher, der per microSD-Karte erweiterbar ist. Konnektivitätsseitig ist die übliche Standardausstattung (Wifi n-Draft, NFC, Bluetooth 4.0, 3G) an Bord, auch ein LTE-Modem bringt das Xperia T3 mit. Navigation wird per GPS/GLONASS realisiert. Der fix verbaute Akku ist mit 2.500 mAh dimensioniert, wasserfest ist das Handy nicht.

Für den Alltag reicht das Equipment derzeit noch gut aus, auch aufwändigere Games sollten am T3 laufen. Bei sehr anspruchsvoller Grafik dürfte es aber notwendig werden, niedrigere Detailstufen zu wählen. Benchmarks bestätigen den Eindruck. Mit rund 19.500 Zählern liegt das Xperia beim Allroduntest mit Antutu auf dem Niveau des Nexus 4. Selbiges ergibt sich mit knapp 1.800 Punkten auch beim Browsertest Vellamo. Den 3D-Durchlauf mit Epic Citadel meistert das Gerät mit einem butterweichen Schnitt von 59 Bildern pro Sekunde.

foto: derstandard.at/pichler
foto: screenshot

System

Als System kommt Android 4.4.2 mit Sonys eigener Xperia-Oberfläche zum Einsatz. Diese hält sich mit Abweichungen zur Standard-UI eher zurück und beschränkt sich auf kleinere Abänderungen von Menüs und der Integration von teils nützlichen Funktionen wie der Sortierung von Programmen im App-Drawer nach Namen, Installationszeitpunkt oder Verwendungshäufigkeit. Dazu bietet Sony eigene Software wie etwa einen Video- und Audioplayer an.

Kameras

Die rückseitige Kamera liefert eine Auflösung von acht Megapixel und löst meist angenehm flott aus, fällt beim Resultat aber etwas in die Kategorie "Hit and Miss". Denn manchmal schwächelt das Zielvermögen des Autofokus, was letztlich zu leichter Unschärfe führt. Nervig: Bei der Aufnahme von kleineren Objekten aus kürzerer Distanz muss der an sich gut arbeitende Automatikmodus zur Szenenerkennung deaktiviert und auf manuelle Einstellungen geschaltet werden (siehe Wario-Testaufnahme). Ansonsten schaltet sich beim Auslösen des Fotos trotz erfolgreicher manueller Fokussierung wieder der Autofokus zu und stellt den Hintergrund scharf.

Qualitativ fallen die Fotos unter Tageslicht für ein Mittelklassegerät passabel aus, allerdings neigt die Kamera dazu, viele kleinere Details zu "verschlucken". Mäßige Bilder entstehen bei hohem Kunstlichtanteil. Positiv überraschen kann dafür die Frontkamera, insbesondere für ihre verhältnismäßig niedrige Auflösung von 1,1 Megapixel bietet sie durchaus taugliche Qualität für Selfies und Videotelefonie. Wie auch andere Xperias bietet das T3 noch einen separaten Kamera-Button an.

Akustik

Akustisch weiß das Handy vor allem bei der Wiedergabe über Kopfhörer zu überzeugen, wobei das nicht übermäßig hochwertige In-Ear-Headset bessere Klangeigenschaften mitbringt, als erwartet. Keine Begeisterung löst der externe Lautsprecher aus, dessen Klang als dumpf und blechern einzustufen ist.

foto: derstandard.at/pichler
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Verarbeitungsproblem

Insgesamt liefert Sony mit dem Xperia T3 also ein solides, wenn auch erwartungsgemäß unspektakuläres Paket. Das allerdings an zwei Mankos leidet.

Ersteres ist ein Verarbeitungsproblem. Die gewählten Materialien an sich fühlen sich zwar wertig an und optisch ist das Smartphone auch nett anzusehen, allerdings hat Sony bei den Spaltmaßen geschludert. Das Testgerät weißt insbesondere zwischen dem oberen und dem linken Rand der frontseitigen Glasabdeckung und dem Gehäuse mehr als genug Platz für mühsam zu entfernende Ansammlungen von Schmutz auf.

Auch die üppig dimensionierte Aussparung für den Telefonielautsprecher, neben dem sich auch die Benachrichtigungs-LED befindet, dürfte langfristig ein solcher "Sammelpunkt" werden. Dazu itzt liegt auch die Umrandung nicht an jeder Position mit gleichmäßigem Abstand an den den metallenen Randelementen an.

Preisfrage

Das zweite Manko ist der Preis. Dieser liegt ohne Vertrag bei 360 Euro oder mehr. Damit spielt das Handy hier in einer ähnlichen Liga wie einige Smartphone-Flaggschiffe aus dem Vorjahr. So bieten manche Anbieter das Samsung Galaxy S4 oder HTC One M7 etwa schon ab 380 Euro feil. Das LG G2 ist nochmals deutlich günstiger zu haben und dann gibt es auch noch das Nexus 5 von Google und LG, das im österreichischen Play Store in der 16GB-Version 350 Euro kostet.

Alle eben genannten Geräte sind in puncto Leistungsfähigkeit (und auch hinsichtlich anderer Features) über das T3 zu stellen. Dazu bieten sich in der Mittelklasse Smartphones wie das Moto G für deutlich weniger Geld an. (Georg Pichler, derStandard.at, 31.08.2014)

Kamera-Testfotos

Bitte für Ansicht im Originalformat anklicken.

foto: derstandard.at/pichler
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