Grazer Forscher entwickeln Photovoltaikmodule für rote Dächer 

9. August 2014, 11:30
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Neue Technologie soll Sonnenstrom-Gewinnung auch auf Weltkulturerbe-Dachlandschaft möglich machen

Graz − Schwarz-blau glänzende Siliziumzellen auf dem Dach sind zwar begrüßenswerte Energielieferanten, doch nicht immer passen sie ins Bild, so etwa in der Grazer Altstadt, die UNESCO-Weltkulturerbe ist und wo die Altstadtkommission über die roten Ziegeldächer wacht. Das Forschungsprojekt "PV@Graz" des Institutes Materials der Joanneum Research und der Karl-Franzens-Universität, Forschungsstelle Kunstgeschichte, soll nun Abhilfe schaffen.

Das Projekt hat eine neuartige Beschichtungstechnologie im Fokus. Wie Projektleiter Gerhard Peharz erklärt, sollen mit der Beschichtung Solarmodule veredelt werden, damit sie optisch verträglich für rote Ziegeldächer werden, ohne zu viel an Leistung zu verlieren. Maximal zehn Prozent Einbußen seien vertretbar, so Perharz, der die Lösung in Richtung anorganisches, stabiles Material sucht.

Mehr Energie für Graz

"Wenn wir das Projektziel erreichen, stehen die Chancen gut, dass in Zukunft auf den Dächern der Grazer Altstadt erneuerbare Energie in größerem Umfang produziert wird und man kann davon ausgehen, dass ein großer Teil des Eigenenergieverbrauchs der innerstädtischen Haushalte so gedeckt werden kann." Erste Ergebnisse werden Mitte 2015 erwartet.

Das bis April 2016 laufende Projekt ist mit 200.000 Euro dotiert und wird zu etwa 90 Prozent vom Zukunftsfonds des Landes Steiermark gefördert. Es findet im Rahmen der "Green Tech Research" statt, einem Forschungsverbund von rund 1.200 steirische Forscherinnen und Forschern im Bereich erneuerbare Energien, Energie- und Ressourceneffizienz. (APA/red, derStandard.at, 09.08.2014)

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