Kurdische Einheiten erobern Orte in Provinz Sinjar von IS zurück

5. August 2014, 16:23
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Peschmerga-Kämpfer setzen Gegenangriffe gegen "Islamischen Staat" fort

Bagdad - Nach dem Vormarsch der radikal-islamischen Gruppe Islamischer Staat (IS) im Norden des Irak haben kurdische Einheiten ihre Gegenangriffe auf die Extremisten fortgesetzt. Beide Seiten lieferten sich in der Nähe der Stadt Mossul heftige Kämpfe, so irakische Medien am Dienstag. Nach kurdischen Angaben konnten kurdische Peschmerga-Kämpfer mehrere Orte in der Provinz Sinjar westlich von Mossul zurückerobern. In diesem Gebiet leben besonders viele Jesiden.

IS-Kämpfer hatten die umgekämpften Gebiete am Wochenende nach heftigen Gefechten mit den kurdischen Einheiten eingenommen. Sie brachten zudem den größten Staudamm des Landes, die Mossul-Talsperre, und zwei Ölquellen unter ihre Kontrolle. Die Extremisten beherrschen große Teile im Norden und Westen des Landes.

40 Kinder der Jesiden-Minderheit getötet

Durch die Angriffe der Jihadistengruppe Islamischer Staat in Sinjar sind nach Angaben der UNO in den vergangenen Tagen rund 40 Kinder getötet worden. Wie das Kinderhilfswerk Unicef am Dienstag mitteilte, starben die Kinder, Angehörige der Minderheit der Jesiden, an den "direkten Folgen von Gewalt, Vertreibung und Dehydrierung".

Am Sonntag hatten IS-Kämpfer die Kontrolle über Sinjar übernommen. Tausende Menschen flohen in Panik aus ihren Häusern, viele versteckten sich ohne jegliche Vorräte in den Bergen.

Die geflohenen Familien benötigten "dringend Hilfe", darunter auch rund 25.000 Kinder, die in den Bergen festsäßen, erklärte Unicef. Ihnen fehle es vor allem an Wasser und Sanitärversorgung. Die Jesiden sind eine Kurdisch sprechende Minderheit, deren Religion teilweise auf dem Zoroastrismus beruht. Die Jihadisten betrachten sie als "Teufelsanbeter" und haben sie in der Vergangenheit wiederholt angegriffen.

Die radikalsunnitische Bewegung IS verfolgt moderate Sunniten ebenso wie Schiiten und die christliche Minderheit im Irak. Zuletzt drohte die Gruppe zudem mit einer Ausweitung ihrer Herrschaft auf das gesamte autonome Kurdengebiet. Die Jihadisten kontrollieren neben mehreren Regionen im Irak auch Teile Syriens. Für die von ihnen gehaltenen Gebiete haben die IS-Milizionäre ein Kalifat - einen Gottesstaat - ausgerufen. (red/APA, 5.8.2014)

  • Irakische Sicherheitskräfte am 2. August in der Nähe von Bagdad.
    foto: reuters/stringer/iraq

    Irakische Sicherheitskräfte am 2. August in der Nähe von Bagdad.

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