Britischer Genetiker Alec Jeffreys erhält Copley-Medaille der Royal Society

5. August 2014, 09:22
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Jeffreys legte 1984 den Grundstein für den "genetischen Fingerabdruck"

London - Wie die britische Royal Society am 5. August mitteilte, wird der britische Genetiker Alec John Jeffreys heuer mit ihrer ältesten und höchstdotierten Auszeichnung bedacht: der Copley-Medaille. 1731 erstmals verliehen, dürfte die Medaille die weltweit älteste noch regelmäßig vergebene wissenschaftliche Auszeichnung sein.

Zufallsentdeckung im Labor

Jeffreys entdeckte 1984 durch Zufall ein Verfahren, das eine Variation in der DNA einzelner Individuen sichtbar machte. Nach diesem Prinzip ließ sich ein charakteristisches DNA-Profil erstellen: besser bekannt als "genetischer Fingerabdruck". Alle heutigen Anwendung, ob in der Forensik oder bei Vaterschaftstests, basieren auf der von Jeffreys entdeckten Variation.

"Es ist großartig, dass die Medaille heuer an Sir Alec Jeffreys geht", sagte Paul Nurse, gegenwärtiger Präsident der Royal Society. "Seine Entdeckung des genetischen Fingerabdrucks 1984 hat unser Verständnis der Humangenetik nachhaltig verändert."

Medaille mit langer Geschichte

Als Preisträger der nach ihrem wohlhabenden Stifter Godfrey Copley benannten Medaille ist Jeffreys erwartungsgemäß in guter Gesellschaft: Seit der Erstverleihung 1731 an Stephen Gray erhielten Forscher wie Benjamin Franklin, Michael Farraday, Alexander von Humboldt, Charles Darwin, Louis Pasteur, Albert Einstein, Max Planck und Stephen Hawking die Auszeichnung. Um nur einige zu nennen.

Eine Frau erhielt die Copley-Medaille in ihrer nunmehr 283-jährigen Geschichte übrigens bislang nur ein einziges Mal: Die Biochemikerin und Nobelpreisträgerin Dorothy Hodgkin wurde 1976 für die Analyse der Struktur des Vitamins B12 ausgezeichnet. (dare, derStandard.at, 5.8.2014)

  • Jeffreys in seinem Labor an der Universität Leicester im Jahr 2004 - 20 Jahre nach seiner wichtigsten Entdeckung.
    foto: ap/rui vieira

    Jeffreys in seinem Labor an der Universität Leicester im Jahr 2004 - 20 Jahre nach seiner wichtigsten Entdeckung.

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