Facebook: FPÖ-Abgeordnete Winter zeigt Bild von "zerfetztem“ Kind 

4. August 2014, 17:40
191 Postings

Beitrag wurde jetzt grau eingeschwärzt, Nationalrätin wollte "Kriegsproblematik thematisieren“

Der Facebook-Account von Susanne Winter (FPÖ) sorgt erneut für Aufregung: Winter hat am vergangenen Wochenende das Bild eines Kindes geteilt, das durch eine Granate getötet wurde. Das Bild zeigt die Verletzungen des Kindes explizit, das Opfer wurde durch den Angriff regelrecht "zerfetzt“, wie die Initiative Heimat ohne Hass berichtet.

Heftige Kritik

Schon kurz nach der Veröffentlichung rief das Bild heftige Kritik unter anderen Nutzern aus, die Winters Posting "geschmacklos“, "letztklassig“ und "verrückt“ nannten. Recherchen von Heimat ohne Hass haben zusätzlich ergeben, dass Winter das Foto den falschen Kriegsgeschehnissen zugeordnet hatte: Es handelte sich vermutlich nicht, wie von Winter insinuiert, um ein palästinensisches Opfer, das infolge israelischer Kriegshandlungen verstorben war. Alle Hinweise deuten auf den syrischen Bürgerkrieg hin.

Turbulenzen

Winter reagierte insofern auf die Kritik, als dass sie das Bild marginal grau einfärbte. Als Grund gab sie "den aktuellen Todesfall“ an, womit wohl das Ableben von Barbara Prammer gemeint ist. Das zerfetzte Kind ist dennoch deutlich erkennbar.

Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Turbulenzen rund um die Social-Media-Aktivitäten der wegen Verhetzung verurteilten Winter gegeben: Die blaue Nationalrätin hatte beispielsweise zu einem Boykott der EU-Wahl aufgerufen und Werbung für Grünen-Chefin Eva Glawischnig gemacht, später aber behauptet, ihr Account sei „gehackt“ worden. Ihr Parteiobmann Heinz-Christian Strache sprang ihr bei und sprach „von feigen anonymen Cyberkriminellen“, die „Fake-Meldungen lancierten.“ Winters neuestes Posting ist bislang von keinem Parteikollegen kommentiert worden. (fsc, derStandard.at, 4.8.2014)

  • Susanne Winter (links) schockiert mit ihren Facebook-Aktivitäten. Auch FPÖ-Parteikollegin Barbara Rosenkranz (rechts) stand wegen ähnlicher Aktionen bereits in der Kritik.
    foto: apa/schlager

    Susanne Winter (links) schockiert mit ihren Facebook-Aktivitäten. Auch FPÖ-Parteikollegin Barbara Rosenkranz (rechts) stand wegen ähnlicher Aktionen bereits in der Kritik.

Share if you care.