Bereits 16 Soldaten bei Kämpfen an syrischer Grenze getötet

4. August 2014, 13:46
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Bewaffnete Jihadisten sollen zahlreiche Sicherheitskräfte als Geiseln genommen haben - Militär will Übergreifen des syrischen Bürgerkrieges mit aller Kraft verhindern

Beirut - Bei den seit Samstag andauernden Kämpfen zwischen der libanesischen Armee und bewaffneten Gruppen nahe der Grenze zu Syrien sind bis Montag bereits 16 Soldaten getötet worden. Außerdem gebe es "Dutzende Tote" aufseiten der Aufständischen, hieß es am Montag aus libanesischen Sicherheitskreisen.

Zudem würden 13 Soldaten sowie 20 Polizisten als vermisst gelten. Es würde angenommen, dass sich diese in den Händen der Angreifer befänden, so die Sicherheitskreise.

Seit Samstag wurden demnach mehrere Positionen der libanesischen Armee in der Provinz Arzal von bewaffneten Jihadisten angegriffen. Allerdings hätte das Militär alle bis auf eine Attacke abwehren können. Auch von der zwischenzeitlich von den Jihadisten gehaltenen Position seien die Angreifer mittlerweile mittels Bombardements vertrieben worden: "Wir versuchen nun, die Position wieder zurückzuerobern", so ein Mitglied der Streitkräfte.

Die Angriffe hatten begonnen, nachdem ein Kommandant der radikal-salafistischen Al-Nusra-Front im Libanon festgenommen worden war. Die Sicherheitskräfte in der Region wurden in Folge massiv verstärkt. Die libanesische Armee erklärte, sie werde "entschlossen" dagegen vorgehen, dass der syrische Bürgerkrieg auf den Libanon übergreife. Der libanesische Ministerpräsident Tammam Salam verurteilte den "abscheulichen Angriff" auf seinen Staat.

Die Bevölkerung Arzals besteht vor allem aus Sunniten, von denen viele Sympathien für die Aufständischen in Syrien hegen. Zudem leben in der Region Zehntausende Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien. Gefechte mit libanesischen Sicherheitskräften sind keine Seltenheit, zudem fliegt das syrische Militär immer wieder Luftangriffe in der Umgebung der Grenzstadt, um nach eigenen Angaben Verstecke der Rebellen in den Bergen um Arzal zu zerstören. (APA, 4.8.2014)

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