Glawischnig zu Nahost-Konflikt: "Pilz-Forderung ist falsch"

4. August 2014, 15:19
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Grünen-Parteichefin Glawischnig ist gegen EU-Sanktionen für Israel, wie sie Nationalratsabgeordnete Peter Pilz auf Facebook forderte

Sie teile die Meinung des Abgeordneten Peter Pilz nicht, ließ Grünen-Bundessprecherin und Klubobfrau Eva Glawischnig am Montag wissen. "Ich halte die Forderung nach Sanktionen für Israel für falsch", sagte Glawischnig. Peter Pilz hatte vergangenen Samstag mit einem Facebook-Posting über "die Dummheit Israels“ für Aufregung gesorgt. Wie derStandard.at berichtete, hatte Pilz darin EU-Sanktionen gegen Israel im Rüstungsbereich gefordert.

Frieden statt Sanktionen

Das Ziel müssten vielmehr ein Waffenstillstand, humanitäre Hilfe und die Erarbeitung eines Friedensplans sein, sagt Glawischnig. Tanja Windbüchler-Souschill, die außenpolitische Sprecherin der Grünen, stellte klar, dass Pilz' Forderung nach Sanktionen eine "Einzelmeinung“ sei und nicht der grünen Parteilinie entspreche. "Sanktionen sind der falsche Weg“, sagte auch Windbüchler-Souschill zu der Standard.at.

Georg Prack, Landessprecher der Wiener Grünen, stimmt ihr zu: Die Forderung nach Sanktionen halte er für "völlig daneben", sie blende "wesentliche Teile des Konflikts" aus. Er sei der Meinung, dass es nicht möglich sei, den "Nahostkonflikt in Österreich zu lösen". Daher empfinde er es als überflüssig, eine solche Debatte durch ein Facebook-Posting loszutreten.

Kritik über Social Media

Prack distanzierte sich bereits am Wochenende via Twitter vom Pilz-Posting: "Die Position von Peter Pilz finde ich weder akzeptabel, noch entspricht sie der Parteilinie“, stellt er dort klar.

Auch Marco Schreuder, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundesrat, schrieb: "Ich distanziere mich vehement von den Aussagen von Peter Pilz zu Israel."

Auf Facebook äußerten sich rund 300 Personen, sowohl von Grünen-Seite als auch über die Parteigrenze hinweg, zu Pilz' Statement. (Lisa Breit, derStandard.at, 4.8.2014)

  • "Es gibt nur ein Mittel: Sanktionen", schrieb der grüne Nationalratsabgeordnete Peter Pilz in einem Facebook-Posting über den Konflikt zwischen Israel und Palästina. Dafür erntet er nun Kritik seitens der eigenen Partei.
    foto: apa/hochmuth

    "Es gibt nur ein Mittel: Sanktionen", schrieb der grüne Nationalratsabgeordnete Peter Pilz in einem Facebook-Posting über den Konflikt zwischen Israel und Palästina. Dafür erntet er nun Kritik seitens der eigenen Partei.

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