Immofinanz baut trotz Krise Moskau-Geschäft aus

4. August 2014, 12:16
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Neue Projekte in Russland werde man nicht meiden, aber doppelt und dreifach prüfen, sagt Immofinanz-Chef Eduard Zehetner.

Wien - Der österreichische Immobilienkonzern Immofinanz schreckt trotz der Ukraine-Krise nicht vor weiteren Investitionen in Russland zurück. Neue Projekte - wie etwa die Errichtung von Einkaufszentren oder Lagerhallen - würden jedoch "doppelt und dreifach" geprüft, sagte Firmenchef Eduard Zehetner auf der Bilanzpressekonferenz am Montag. "Wir planen weitere Investitionen in Russland - wobei das Moskau und Moskau-Umland bedeutet. Aber es wird schwieriger, Projekte zu realisieren, wenn das ökonomische Umfeld nicht auf Wachstum ausgerichtet ist, sondern auf Stagnation oder Rezession."

Russland ist mit einem Anteil von knapp einem Viertel am Gesamtportfolio der wichtigste Einzelmarkt für Immofinanz. Das Unternehmen besitzt dort mehrere große Einkaufszentren. Wann Immofinanz den Startschuss für neue Einkaufszentren oder Lagerflächen in Russland gibt, ließ Zehetner offen. Der dortige Markt sei jedoch trotz der Krise wegen der deutlich höheren Mieten als im Rest Osteuropas attraktiv.

Gewinn stieg um zwei Drittel

Von der Ukraine-Krise und den dadurch bedingten Sanktionen gegen Russland sei das Unternehmen indirekt betroffen: Weil dadurch auch die russische Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird, sinkt die Einkaufslust der Russen - was zunächst der Einzelhandel und damit auch Immofinanz als Vermieter der Shoppingcenter-Flächen zu spüren bekommt. In den vergangenen Monaten sei der Wiener Konzern daher dem ein oder anderen Mieter entgegengekommen, was sich marginal auf die Umsätze ausgewirkt habe, sagte der Firmenchef.

"Wenn das Thema anhält, werden diese Auswirkungen stärker", warnte Zehetner jedoch. Im Ende April ausgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 war davon noch nicht viel zu spüren: Der Konzerngewinn stieg um knapp zwei Drittel auf 180 Millionen Euro. Grund waren positive Einmaleffekte - etwa durch Währungsschwankungen. (APA, 4.8.2014)

  • Der Gewinn der Immofinanz stieg um knapp zwei Drittel auf 180 Millionen Euro, der wichtigste Markt ist und bleibt Russland
    foto: apa schläger

    Der Gewinn der Immofinanz stieg um knapp zwei Drittel auf 180 Millionen Euro, der wichtigste Markt ist und bleibt Russland

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