Unwetter: Hunderte Feuerwehreinsätze in ganz Österreich

4. August 2014, 11:58
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Straßen in der Steiermark blockiert, mehrere Keller und eine Baumschule unter Wasser - 250 Feuerwehreinsätze in Oberösterreich

Wien - Unwetter in Niederösterreich haben am Sonntagabend einmal mehr für massive Schäden und eine Vielzahl von Feuerwehreinsätzen gesorgt. Insbesondere betroffen waren Gemeinden in den Bezirken Lilienfeld, Gänserndorf und Baden. 130 Feuerwehren mit etwa 850 Mitgliedern waren aufgeboten, berichtete Franz Resperger vom Landeskommando.

In Kieneck in der Gemeinde Ramsau (Bezirk Lilienfeld) wurde eine Brücke weggerissen. Die überflutete Gemeindestraße war mehrere Stunden nicht passierbar. Das Firmengelände einer Kistenproduktion wurde durch ein verklaustes Klein-Kraftwerk schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Produktionshallen, Lager und Büros standen laut Bezirksfeuerwehrkommando bis zu einem Meter unter Wasser. Ein Einsatzfahrzeug der FF Ramsau wurde von einer Welle überrascht, die aufgrund des Rückstaus aus dem Ramsaubach auf die Straße geschwappt war, und samt Insassen eingeschlossen. Kameraden der FF Wiesenfeld und Traisen mussten zur Rettung heranrücken.

Stromausfall in Gemeinde Wienerwald

In der Gemeinde Wienerwald (Bezirk Mödling) hat ein schweres Unwetter am Sonntagabend auch für einen Stromausfall gesorgt. Feuerwehren mussten in einigen Häusern mit Aggregaten und Lichtflutern aushelfen, um die Aufräumarbeiten zu erleichtern, berichtete das Bezirkskommando.

In der Katastralgemeinde Dornbach stand neben einem Wohnhaus eine ganze Pferdekoppel unter Wasser. Die Helfer schaufelten eine Entlastungsrinne, um die Fluten geregelt neben dem Objekt ablaufen zu lassen. Gleich mehrere Einsätze gab es in Grub. Auch dort hatte der lokale Starkregen für plötzlich auftretende Wassermassen gesorgt, die der Boden und die Kanäle nicht aufnehmen konnten. Zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden.

250 Feuerwehreinsätze in Oberösterreich

Die oberösterreichischen Freiwilligen Feuerwehren sind in der Nacht auf Montag sogar zu über 250 Einsätzen ausgerückt. Das berichtete das Landesfeuerwehrkommando.

Betroffen waren vor allem der Süden und der Westen des Bundeslandes, aber auch der Zentralraum. Im Attersee-Gebiet musste die Seeleiten-Bundesstraße (B152) wegen Murenabgängen und umgestürzten Bäumen gesperrt werden. Auch die Großalmstraße von Neukirchen und Steinbach sowie die Straße durch das Weißenbachtal waren unpassierbar.

In der Stadt Bad Ischl rückte die Feuerwehr zum Auspumpen von überfluteten Kellern und Tiefgaragen aus. Die Alarmierung zur Bergung eines vom Wasser eingeschlossenen Mannes erwies sich als überflüssig. Familienangehörige konnten ihn noch vor Eintreffen der Feuerwehr befreien. Er war in den überfluteten Keller gegangen, um einige Sachen zu retten, doch dann hatte der Wasserdruck die Kellertür blockiert. Mitarbeiter des Ischler Wirtschaftshofes mussten zahlreiche Straßen und Wege sperren, weil sie überschwemmt waren. Einige wurden auch beschädigt. Ähnliche Einsätze wurden aus dem Innviertel und dem Bezirk Linz-Land gemeldet.

Straßen in der Steiermark blockiert

Ein heftiges lokales Unwetter mit Starkregen und Hagel hat Sonntagabend im Gemeindegebiet von Deutschfeistritz (Bezirk Graz-Umgebung) für einen Feuerwehreinsatz gesorgt. Muren machten Straßen vorübergehend unpassierbar, ein Fahrstreifen der A9 Pyhrnautobahn musste wegen Überflutung gesperrt werden.

Wie die Feuerwehr mitteilte, war die Übelbacher Landesstraße L385 überschwemmt, außerdem gingen dort einige Geröll- und Schlammlawinen ab, welche die Straße für zwei Stunden blockierten. Im Feistergraben verlegte eine Gerölllawine die Gemeindestraße. Im Ortsgebiet von Deutschfeistritz standen einige Keller unter Wasser, eine Baumschule wurde bis zu einem halben Meter überflutet. Die Feuerwehren Deutschfeistritz und Kleinstübing waren mit allen verfügbaren Pumpen im Einsatz.

Genau einer Woche war die Marktgemeinde schon einmal von einem schweren Unwetter mit erheblichen Schäden betroffen. Am vergangenen Wochenende gab es in der Steiermark an jedem Nachmittag lokale Überschwemmungen und Murenabgänge infolge Gewitter und Starkregen, zuerst in Schladming, dann im Raum Voitsberg in der Weststeiermark und schließlich nördlich von Graz.

Beachtliche Niederschlagsmengen in Salzburg

Gewitter mit heftigen Regenschauern haben in der Nacht auf Montag im Bundesland Salzburg zu zahlreichen kleinräumigen Überschwemmungen geführt, vor allem im Flachgau und im Tennengau. Die Feuerwehren wurden zu 139 Einsätzen gerufen, wobei der Schwerpunkt im Raum Berndorf, Seeham und Nußdorf im nördlichen Flachgau lag, informierte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos.

Die registrierten Niederschlagsmengen sind beachtlich, sagte Meteorologe Christian Ortner von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Salzburg zur APA: In Mattsee im Flachgau wurden in der Nacht 94 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, davon alleine 80 Liter im Zeitraum von 21.00 Uhr bis Mitternacht. Ähnlich war es in Teilen der Stadt Salzburg: Die Messstelle Freisaal meldete 81 Liter Niederschlag, die nur wenige Kilometer entfernte Stelle beim Flughafen hingegen nur 26 Liter. "Das zeigt ganz deutlich, dass es zwar auch großflächig viel geregnet hat, aber sehr heftige Zellen eingelagert waren." (APA, 4.8.2014)

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