NATO-Chef kündigt neue Verteidigungspläne an 

3. August 2014, 18:51
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Putin wolle neue Einflusszonen an der Grenze Russlands errichten - Militärbudget der NATO soll steigen

Brüssel/Luhansk - NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat als Reaktion auf Russlands fortgesetzte Unterstützung der Aufständischen in der Ukraine verstärkte Militärübungen und die Ausarbeitung neuer Verteidigungspläne angekündigt. "Die russische Aggression war ein Alarmsignal und hat eine neue Sicherheitssituation in Europa geschaffen", sagte Rasmussen der französischen Zeitung "Midi Libre" vom Sonntag.

Ziel des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei es, neue Einflusszonen an den Grenzen Russlands zu errichten. Die Allianz werde "die Militärmanöver verstärken und neue Verteidigungspläne ausarbeiten". Rasmussen erneuerte in dem Interview seine Forderung nach einer Anhebung der Militärbudgets in den 28 NATO-Mitgliedstaaten.

Rasmussen fordert mehr Geld

Russland habe seine Verteidigungsausgaben in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent gesteigert, während die Ausgaben im NATO-Raum im Durchschnitt um 20 Prozent geschrumpft seien. "Das ist nicht haltbar. Wir müssen diese Entwicklung umkehren", sagte Rasmussen gut einen Monat vor dem NATO-Gipfel in Wales am 4. und 5. September.

Hinsichtlich des mutmaßlichen Abschusses der malaysischen Passagiermaschine MH17 über dem umkämpften Osten der Ukraine schloss sich der NATO-Chef der Sichtweise der US-Regierung an. "Wir haben zahlreiche Informationen, die belegen, dass die von Russland unterstützten Separatisten schuld sind", sagte Rasmussen.

Der Abschuss der Boeing 777 mit 298 Menschen an Bord sei ein "Kriegsverbrechen". Während die ukrainische Armee ihre Offensive gegen die prorussischen Rebellen weiter verstärkt, versuchen derzeit Experten aus den Niederlanden und Australien vermisste Leichenteile an der Absturzstelle des Flugzeugs zu bergen. (APA, 3.8.2014)

  • Anders Fogh Rasmussen fordert mehr Geld für die NATO und Ausarbeitung neuer Verteidigungspläne.
    foto: epa/michael reynolds

    Anders Fogh Rasmussen fordert mehr Geld für die NATO und Ausarbeitung neuer Verteidigungspläne.

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