Peter Pilz und die "Dummheit Israels“

3. August 2014, 14:12
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Grüner Abgeordneter fordert Sanktionen der EU gegen Israel im Rüstungsbereich - "Müssen auf Seite der Opfer stehen"

Für Aufregung in den sozialen Netzwerken sorgt ein Kommentar, den der grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz auf seiner Facebook-Seite gepostet hat. Darin schreibt Pilz: "Nehmen wir den dümmsten Fall an: Die israelische Regierung verfolgt einen Plan mit fünf Zielen: 1. sich durch Massenmord an der palästinensischen Zivilbevölkerung international zu isolieren; 2. alle Palästinenser zu einigen und hinter der Hamas zu sammeln; 3. sich selbst aus der Gemeinschaft der westlichen Demokratien zu entfernen;
4. und letztlich eine tiefere Spaltung der eigenen Gesellschaft vorzubereiten –
5. mit einem Wort: alles zu tun, um Israel zu schaden“. Genau dies scheine jetzt eingetreten zu sein.

Die israelische Regierung bekämpfe Terrorismus mit dem Terror des eigenen überlegenen Militärs. Israel würde sich um Jahrzehnte "zurückbomben".

Pilz für Sanktionen

"Was können wir tun?“, schreibt Pilz weiter. "Es gibt nur ein Mittel: Sanktionen. Die, die jetzt zu Recht Sanktionen gegen Russland durchsetzen, müssen im Fall 'Palästina' ihren doppelten Boden verlassen. Je früher die israelische Bevölkerung versteht, dass sie von ihrer Regierung in eine historische Falle geführt wird, desto eher ist eine Umkehr möglich.“

Der grüne Bundesrat Marco Schreuder reagiert auf Pilz‘ Seite mit folgendem Posting: "Ich möchte betonen, dass diese Worte von Peter Pilz sicher nicht meiner und der Meinung vieler Grünen entsprechen. Ich glaube, er hat die Hamas-Charta noch nie gelesen.“ In anderen Postings wird Pilz als Antisemit bezeichnet. Auch sein Rücktritt wurde gefordert.

Pilz: Stehe auf Seite der Opfer

Im Gespräch mit derStandard.at bestätigt Pilz, dass er der Autor dieses Facebook-Eintrags ist. Für ihn sei es eine "vollkommen neue Erfahrung", als Antisemit bezeichnet zu werden. Leider gebe es Leute, die Kritik an Israel mit Antisemitismus verwechseln.

Ihm ginge es nicht darum, die Hamas zu entschuldigen, sagt er zu derStandard.at. Beim Vergleich zwischen der Terrororganisation Hamas und der Demokratie Israel müssten jedoch unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden. Die Sanktionen gegen Israel sollten "ausschließlich im Rüstungsbereich" stattfinden. Die EU könne außerdem "das Töten von Zivilisten im Gazastreifen nicht akzeptieren".

Man müsse "auf der Seite der Opfer" zu stehen, dies entspreche der "grünen Tradition", sagt Pilz. (burg, derStandard.at, 3.8.2014)

  • Screenshot: Facebook-Eintrag von Peter Pilz.
    screenshot: derstandard.at

    Screenshot: Facebook-Eintrag von Peter Pilz.

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