Thiems Rastlosigkeit nach verlorenem Finale 

3. August 2014, 18:05
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Der Kitzbühel-Finalist gönnt sich keine Pause, am Dienstag heißt es schon: Toronto statt Training - "Ich will lieber Turniere spielen"

Kitzbühel - Der 20-jährige Dominic Thiem ist am Sonntag nach Toronto geflogen, davor hat er noch die Finalniederlage vom Samstag in Kitzbühel verarbeitet. Er versuchte es zumindest. Der um drei Jahre ältere David Goffin hatte mit seinem Sieg (4:6, 6:1, 6:3) weniger Probleme, der Belgier feierte den ersten ATP-Titel ausführlich. Er wird auch in den nächsten Tagen eher nicht voll aufs Tennis konzentriert sein. Thiem trifft bereits am Dienstag in Toronto auf den Franzosen Gilles Simon.

Natürlich sei Kitzbühel "eine Superwoche" gewesen, allein das Ende war eine Art Irrtum. Denn Goffin ist um 28 Ränge hinter dem Österreicher gereiht gewesen, war also hierarchisch gesehen der Außenseiter. Thiem ist allerdings zu Beginn des zweiten Satzes "in ein Loch" gefallen. Und er verharrte in diesem. "Vermutlich lag es an der Müdigkeit."

Thiem hält trotzdem nichts davon, zu pausieren. "Was bringt es mir, mich in Teneriffa auf die Hardcourt-Saison vorzubereiten? Lieber spiele ich ein Turnier. Und ich freue mich schon auf Günter Bresnik, um mit ihm das Finale zu analysieren." Dies sei enorm wichtig, denn er sei alles andere als ein fertiger Spieler: "Es gibt noch tausend Dinge, die ich verbessern muss."

Wenige Erwartungen für Toronto

Headcoach Bresnik war bereits am Dienstag aus Kitzbühel abgereist, um seinen anderen Schützling, den Letten Ernests Gulbis, zu betreuen. In Kanada erwartet sich Thiem "nichts Großartiges", schließlich sei das Spiel auf Sand doch ein ganz anderes. Beim nächsten Auftritt in Cincinnati liege die Latte höher. "Da sollte ich mich dann schon wohler auf Hardcourt fühlen. Jedenfalls will ich bei den US Open in New York wieder in Topform sein."

2013 erreichte Thiem als Nummer 268 das Viertelfinale von Kitz, 2014 verließ er den Ort als Finalist und Nummer 43. Turnierdirektor Alexander Antonitsch bedankte sich beim Lokalmatador, der war mit seinen Leistungen für den Zuschaueransturm (37.000) nahezu alleinverantwortlich. "Die Leute in Österreich haben lange wieder auf einen Tennisspieler gewartet. Und der Kleine hat das Zeug, die Fans mitzunehmen."

Antonitsch setzt weiter auf Thiem, der allerdings vertraglich nicht an den "bet-at-home" Cup gebunden ist. "Aber emotional schon. Wenn er will, haben wir eine lange gemeinsame Zukunft", sagte Antonitsch. (red, DER STANDARD, 3.8.2014)

  • Dominic Thiem will es auf die harte Tour.
    foto: apa/groder

    Dominic Thiem will es auf die harte Tour.

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