Merkel-Telefon abgehört: Deutsche Regierung erwog Razzia bei Mobilfunker

3. August 2014, 11:55
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Auch temporärer Abbruch diplomatischer Kontakte mit USA war am Papier

Als bekannt wurde, dass die NSA das Mobiltelefon der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört hatte,wurden von der Bundesregierung mitunter drastische Schritte erwogen. Das berichtet der Spiegel vorab aus einem internen Papier, das vergangenen Herbst verfasst worden war.

So erwog man etwa die Durchführung von Razzien bei ihrem Mobilfunker. Zur Ausübrung von politischem Druck hatte man auch darüber nachgedacht, die diplomatischen Kontakte zur US-Regierung für mehrere Woche auf Eis zu legen. Neben der Einbestellung des Botschafters dachte man außerdem auch an eine öffentliche Forderung nach einem "Nichtangriffspakt".

Krypto-Handys

Zur Diskussion stand ebenso ein Stopp für das Freihandelsabkommen, wogegen man sich aber letztlich entschied. Stattdessen empfahlen die Autoren, künftig mehr auf "sichere elektronische Kommunikation" zu legen und für die "5.000 wichtigsten Entscheidungsträger" Krypto-Telefone anzuschaffen.

Snowden-Befragung

Interessant: Auch eine Strafanzeige und ein Ermittlungsverfahren bei der Bundesanwaltschaft gehörten zu den Vorschlägen. Letzteres sogar mit einer Befragung von NSA-Whistleblower Edward Snowden – allerdings an seinem eigenen Aufenthaltsort und nicht in Deutschland. (gpi, derStandard.at, 03.08.2014)

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Spiegel

  • Die deutsche Bundesregierung erwog drastische Schritte als Reaktion auf die Abhörung von Merkels Handy.
    foto: reuters

    Die deutsche Bundesregierung erwog drastische Schritte als Reaktion auf die Abhörung von Merkels Handy.

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