Aufregung um Asylquartiere in Gallspach

2. August 2014, 15:03
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Bürgermeister sieht sozialen Frieden gefährdet - Innenministerium spricht von vorübergehender Maßnahme zur Entlastung von Traiskirchen - In Innsbruck bringt Bürgermeisterin neuen Standort ins Spiel

Wien/Gallspach - Für Aufregung hat am Samstag die kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen in der oberösterreichischen Gemeinde Gallspach gesorgt - zumal es im Ort bereits ein Flüchtlingsheim gebe. Ein Ministeriumssprecher erklärte gegenüber der APA, es handle sich um eine vorübergehende Maßnahme infolge des Aufnahmestopps in Traiskirchen.

In Gallspach gibt es seit 2012 eine Unterkunft und Bürgermeister Siegfried Straßl (SPÖ) erklärte in einem Bericht des ORF Oberösterreich, es sei damals ausgemacht worden, dass es keine weiteren Quartiere in der Gemeinde geben werde. Offenbar "über Nacht" wurde nun jedoch ein weiteres Hotel zu einem Flüchtlingsheim umfunktioniert. Straßl zeigte sich über die Vorgangsweise "völlig überrascht" und uninformiert und sieht durch noch mehr Quartiere den sozialen Frieden in der Ortschaft gefährdet.

Überlegung gebe es seit längerem

Karl-Heinz Grundböck vom Innenministerium erklärte gegenüber der APA, es gebe seit längerem die Überlegung, in Gallspach eine Bundesbetreuungsstelle für Asylsuchende mit besonderen Bedürfnissen einzurichten. Untergebracht werden sollen etwa Querschnittsgelähmte, Kriegsversehrte oder ältere, bettlägerige Asylwerber. Einen konkreten Termin für die Inbetriebnahme habe es noch nicht gegeben. Aufgrund der aktuellen Situation nach der Aufnahmesperre im Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen wurde das Quartier jedoch vorzeitig in Betrieb genommen, so Grundböck.

Geplant ist nun, 100 Personen "vorübergehend" unterzubringen, betonte der Ressortsprecher. Es handle sich dabei nicht um die ursprünglich vorgesehene "Zielgruppe". Aktuell bezogen 40 Asylsuchende das Quartier. Grundböck betonte, dass sowohl Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) als auch die zuständige Landesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) über die Maßnahme informiert wurden. Das Innenministerium sei auch nicht der Ansicht, dass durch kriegsversehrte oder bettlägerige Asylsuchende der soziale Friede gefährdet wäre.

Heim am Hofgarten

Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) hat am Samstag einen möglichen Standort in Tirols Landeshauptstadt ins Spiel gebracht. "Das Heim am Hofgarten steht im eigenen Verfügungsbereich des Innenministeriums und könnte sofort Platz für mindestens 150 Flüchtlinge schaffen", erklärte sie in einer Aussendung.

An diesem Standort ist die Errichtung des neuen Sicherheitszentrums geplant, bis zur Realisierung werden aber noch mindestens 15 Monate vergehen, so Innsbrucks Bürgermeisterin. Ihrer Meinung nach könnte man das leer stehende Gebäude in dieser Zeit sinnvoll nutzen. "Wir würden das jedenfalls sehr begrüßen", meinte die Stadt-Chefin und regte eine Prüfung ihres Vorschlages an. (APA, 2.8.2014)

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