Amerikaner kaufen wieder mehr Autos

1. August 2014, 21:24
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Angetrieben von Erholung, billigen Krediten und Rabatten steuert der Autoabsatz auf einen Rekordwert zu

Detroit (Michigan) - Volkswagen verliert auf dem wichtigen US-Markt weiter an Boden. Während fast alle anderen Autobauer ihre Verkäufe im Juli steigerten, ging der Absatz der Wolfsburger einmal mehr zurück. General Motors konnte trotz der zahlreichen Rückrufe und der damit verbundenen Schlagzeilen den ersten Platz auf dem US-Markt verteidigen. Insgesamt legten die Verkäufe im vergangenen Monat um neun Prozent zu.

Insgesamt wurden somit 1,43 Millionen Autos und Pick-ups an die Käufer gebracht. Analysten hatten demgegenüber mit einem Anstieg von elf Prozent gerechnet.

Angetrieben von der Konjunkturerholung, billigen Krediten und Rabatten steuert der Autoabsatz in den USA auf einen der besten Werte seit Jahren zu. Im Durchschnitt gewährten die Autobauer im vergangenen Monat gut 3.000 Dollar (2.242,32 Euro) Nachlass, der höchste Rabatt seit 2010, wie Larry Dominique vom Analysehaus ALG sagte. Experten gehen davon aus, dass in diesem Jahr 16,4 Millionen Fahrzeuge verkauft werden können. Nach der Finanzkrise im Jahr 2009 war der Autoabsatz auf einen Tiefpunkt von 10,4 Millionen gesunken. Seitdem steigen die Zahlen stetig. Für Chrysler war der vergangene Monat der beste Juli seit 2005, für Ford der beste Juli seit 2006.

Chrysler mit stärkstem Zuwachs

General Motors konnte den Absatz im vergangenen Monat um 9,4 Prozent auf 256.160 Fahrzeuge steigern. Ford verkaufte 212.236 Fahrzeuge, ein Plus von 9,6 Prozent. Toyota steigerte den Absatz inklusive der Luxusmarke Lexus um 7,3 Prozent auf 215.803 Fahrzeuge. Den stärksten Zuwachs unter den großen Autobauern verbuchte Chrysler mit einem Plus von 19,7 Prozent auf 167.667 Fahrzeuge.

Bei den deutschen Autobauern schlug sich Daimler am besten. Die Stuttgarter übergaben 27.192 Wagen ihrer Hauptmarke Mercedes-Benz an die Kunden, ein Plus von 15 Prozent. Bei BMW rollten 26.409 Fahrzeuge der Hauptmarke vom Hof, ein Zuwachs von 9,8 Prozent. Inklusive Mini betrug das Plus lediglich 7,4 Prozent. Audi steigerte den Absatz in den USA um 11,9 Prozent auf 14.616 Fahrzeuge.

Schlecht lief es dagegen einmal mehr für die Mutter Volkswagen, die auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt zu wenige Modelle anbietet. Der eigens für den nordamerikanischen Markt entwickelte Passat verliert an Beliebtheit, das VW-Werk in Chattanooga ist nicht ausgelastet. Im vergangenen Monat rollten 30.553 Volkswagen an die US-Kunden - 14,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Es dürfte dauern, bis sich die Situation für die Wolfsburger grundlegend verbessert. Mit dem neuen großen Geländewagen "Cross-Blue" und dem Ausbau der Entwicklung in den USA will VW sein schleppendes Amerika-Geschäft ankurbeln - doch der "Cross-Blue" dürfte erst Ende 2016 auf den Markt kommen.

Neben Volkswagen musste unter den großen Autobauern nur Honda Einbußen hinnehmen. Der Absatz der Japaner schrumpfte um acht Prozent auf 135.908 Fahrzeuge. Honda hatten als einziger großer Autobauer die Rabatte reduziert. (APA/Reuters, 1.8.2014)

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