Greenwald lehnt Aussage vor NSA-Untersuchungsausschuss ab

1. August 2014, 14:33
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Scharfe Kritik am Umgang mit Edward Snowden

Der US-Journalist Glenn Greenwald, der gemeinsam mit Edward Snowden die NSA-Spähaffäre publik machte, wird nicht als Zeuge für den NSA-Untersuchungsausschuss zur Verfügung stehen. Per E-Mail erteilte er den Aufklärern im Bundestag eine Absage. Das Schreiben liegt dem Spiegel vor.

Courage

Er wolle den Bundestag gerne dabei unterstützen, wenn es um eine "ernsthafte Untersuchung" der Ausforschung von Deutschen durch die NSA gehe, schreibt Greenwald. Durch die Ablehnung, den "Schlüsselzeugen" Snowden zu vernehmen, hätten deutsche Politiker jedoch gezeigt, dass es wichtiger sei, die USA nicht zu verärgern, anstatt die NSA-Spionage ernsthaft aufklären zu wollen.

"Leere Symbolik"

Darum sei er nicht bereit "an einem Ritual mitzuwirken, dass den Anschein einer Untersuchung erwecken soll", so Greenwald weiter. Tatsächlich solle eine wirkliche Untersuchung vermieden werden, kritisierte er. Es handele sich um "leere Symbolik". Falls der Bundestag doch noch die Courage finden sollte, Snowden auf deutschem Boden zu befragen, würde er seine Haltung noch einmal überdenken.

Greenwald traf den Whistleblower als erster Journalist und war maßgeblich an der Enthüllung der US-Spähaffäre beteiligt. Der Ausschuss hatte eine Videovernehmung für den 11. September angesetzt. (red, 1.8. 2014)

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