Kroatien will Titos Schule in Kumrovec und Gefängnisinsel loswerden

1. August 2014, 12:29
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Die staatliche Immobilienverwaltung möchte ungenützte Immobilien verwerten

Die kroatische Regierung will die kommunistische Schule des einstigen jugoslawischen Präsidenten Tito in Kumrovec und die Gefängnisinsel Goli otok loswerden. Jedoch nicht aus ideologischen Gründen, sondern, um ungenützte Immobilien in Staatsbesitz zu Geld zu machen. Insgesamt 100 Gebäude und Einrichtungen bietet die staatliche Immobilienverwaltungsbehörde DUUDI zum Verkauf oder zur Miete an.

Titos Politische Schule in seinem Geburtsort in Kumrovec ist heute ein desolates Gebäude, das innen wie außen zerfällt. Während des Kriegs in den 1990-er Jahren wurde sie als Heim genützt, in dem Flüchtlinge aus Ostslawonien untergebracht wurden. Das Gebäude bekam etwa im Debütroman "Hotel Nirgendwo" der kroatischen Autorin Ivan Simic Bodrozic eine zentrale Rolle.

Entscheidung im September

Auf Goli otok, der "Nackten Insel" unweit der Insel Rab, befand sich im kommunistischen Regime ein Straflager und ein Gefängnis für Regimegegner, auch "Titos Hawaii" genannt. Die Insel ist unbewohnt, aber für Touristen zugänglich.

Im Zuge der von DUUDI angekündigten Aktion "100 Projekte" sollen Staatsimmobilien einem neuen Zweck zugeführt werden. Dabei handelt es sich um unbebauten Grund und Gebäude, in den meisten Fällen militärische Infrastruktur.

Aber auch die Stahlfabrik Sisak oder das Gebäude der eingestellten Zeitung "Vjesnik" in Zagreb findet sich darunter. Die staatliche Agentur nimmt bis 15. September Vorschläge zur Nutzung entgegen und entscheidet je nach rechtlicher Lage über die weitere Verwertung. (APA, 1.8.2014)

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