Österreich sucht die besten Jung-Hacker

1. August 2014, 12:38
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Die Finalisten der dritten Cyber Security Challenge stehen fest

"Der Cyberraum ist ein Haifischbecken und wir schwimmen alle drinnen." So beschreibt Oberst Walter Unger, Cyber-Defense-Experte des Verteidigungsministeriums, die Sicherheitslage im Internet. Das Bundeskriminalamt verzeichnet seit Jahren einen starken Anstieg von Online-Kriminalität. Die Delikte seien von "enormer Kreativität" geprägt. In der Abwehr sucht man daher ebenso kreative Köpfe. Im Rahmen der Cyber Security Challenge (CSC) haben Schüler und Studenten die Möglichkeit, ihr Hacker-Talent unter Beweis zu stellen. Nun stehen die Finalisten des diesjährigen Wettbewerbs fest.

Drei mal drei Aufgaben

Insgesamt nahmen in der Onlinevorauswahl 388 Schüler und Studenten teil. In drei Runden mussten in drei Monaten jeweils drei Aufgaben gelöst werden. So mussten beispielsweise eine Netzwerkverbindung entschlüsselt, mithilfe einer Bruteforce-Attacke das Passwort eines verwundbaren Servers gefunden oder die Client-Zertifikats-Authentifizierung einer Website umgangen werden.

Die jungen Hacker und Hackerinnen mussten aber nicht nur die Aufgabe bewältigen, sondern auch eine Lösung zur Behebung der Probleme finden. Für die leichteren Aufgaben benötigten die Teilnehmer mindestens 17 Stunden, für die schwierigsten fast 17 Tage.

Voraussetzungen

Die Vorentscheidung, bei der die Teilnahme noch anonym war, lief bis Donnerstag Mitternacht. Die jeweils zehn besten Schüler und Studenten müssen sich nun ausweisen, ob sie tatsächlich die Voraussetzungen des Wettbewerbs erfüllen. So dürfen Schüler zwischen 14 und 20 Jahren noch nicht die Matura abgeschlossen haben. Studenten zwischen 20 und 30 dürfen noch keine Masterprüfung abgelegt haben.

Rekrutierung junger Security-Talente

Branchenprofis sind damit ausgeschlossen. Es geht darum, den Nachwuchst zu fördern. Der Wettbewerb findet in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium und Verteidigungsministerium sowie mit Unterstützung des Bundeskanzleramtes statt, die darin eine Rekrutierung von jungen IT-Security-Talenten sehen. So winken den Gewinnern unter anderem diverse Praktika und Stipendien.

Wenige Teilnehmerinnen

Besonderes Augenmerk will man auch auf Schülerinnen und Studentinnen legen. So sollen die fünf besten Kandidatinnen für eine eigene Wertungskategorie zum Finale im September eingeladen werden. Der Anteil weiblicher Kandidatinnen dürfte allerdings sehr gering sein. Unter den 388 Kandidaten befinden sich nur vier Teilnehmerinnen, wobei einige Personen keine Angaben zum Geschlecht gemacht haben. Unter den zehn Finalisten scheint sich überhaupt nur ein Mädchen in der Schülerkategorie qualifiziert zu haben.

Weiter zum europäischen Wettbewerb

Die 20 Finalisten werden am 12. und 13. September zum Finale an die Fachhochschule Hagenberg geladen, wo sie ihr Talent in weiteren Wettbewerben unter Beweis stellen müssen. Die jeweils fünf besten Schüler und Studenten vertreten Österreich dann von 3. bis 5. November in Fürstenfeld bei der ersten European Cyber Security Challenge. "European" ist dabei etwas irreführend, denn sonst nehmen bislang nur Deutschland und die Schweiz teil. Geplant ist, den Wettbewerb auch auf weitere Länder auszudehnen. (Birgit Riegler, derStandard.at, 1.8.2014)

  • Die Cyber Security Challenge findet bereits zum dritten Mal statt.
    foto: cybersecuritychallenge.at

    Die Cyber Security Challenge findet bereits zum dritten Mal statt.

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