Ebola: US-Regierung will im September Impfstoff testen

1. August 2014, 12:28
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Die Zeit drängt - Seit Februar haben sich rund 1.300 Menschen in Westafrika infiziert

Die US-Regierung will nach Medienberichten im September erstmals einen Ebola-Impfstoff an Menschen testen. Die Vakzine habe bereits positive Ergebnisse an Primaten gezeigt, zu denen etwa Affen gehören, berichteten der Sender CNN und die Zeitung USA Today.

Schon 2006 getestet

Das nationale Institut zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und die amerikanische Arznei-Zulassungsbehörde (FDA) arbeiten gemeinsam daran, dass die Tests so schnell wie möglich beginnen könnten. Seit längerem forschen Biotechfirmen und Universitäten an Impfstoffen gegen den tödlichen Erreger.

Ein potenzieller Ebola-Impfstoff wurde auch schon im Jahr 2006 getestet, bisher aber nicht für die breite Anwendung entwickelt. Eine ursächlich wirkende Therapie gibt es nicht. Die Behandlung von Patienten erfolgt zur Beherrschung der Symptome und Vermeidung von Komplikationen - auch mit intensivmedizinischen Maßnahmen in entsprechend eingerichteten Infektionsabteilungen. 2011 gab es an sich positive Forschungsergebnisse in einem Tiermodell mit monoklonalen Antikörpern zur Prophylaxe oder Therapie von Ebola-Erkrankungen.

Zeit drängt

Angesichts des bisher schwersten Ausbruchs der Krankheit in Westafrika drängt die Zeit. Die am stärksten betroffenen Länder Sierra Leone, Guinea und Liberia versuchen, die Seuche mit Kontrollen an Flughäfen, Quarantänen und Versammlungsverboten einzudämmen. Die Staatschefs der drei Länder wollten am Freitag in Guinea mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das weitere Vorgehen beraten. Die WHO hatte am Donnerstag ein Sofortprogramm für die betroffenen Länder im Volumen von 100 Millionen Dollar angekündigt.

Nach offiziellen Angaben sind seit Februar mindestens 729 Menschen an der Seuche gestorben, rund 1.300 haben sich infiziert. Die Erkrankung führt in 60 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. (APA, derStandard.at, 1.8.2014)

  • Das Ebola-Virus unter dem Elektronenmikroskop.
    foto: ap photo/cdc

    Das Ebola-Virus unter dem Elektronenmikroskop.

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