Slim will Telekom durch Zukäufe verdoppeln

1. August 2014, 12:19
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Schon in wenigen Jahren könnte die Telekom durch Zukäufe in Osteuropa doppelt so groß sein wie jetzt, sagt Telekom-Aufsichtsratschef Rudolf Kemler

Wien - Der mexikanische Milliardär Carlos Slim will seine neue Tochter Telekom Austria über Zukäufe zu einem großen Anbieter in Europa ausbauen. Sollten sich die Märkte vor allem in Osteuropa weiterhin gut entwickeln und die erwartete Übernahmewelle an Schwung gewinnen, könnte der österreichische Konzern in den kommenden fünf bis sieben Jahren doppelt so groß sein wie heute, sagte Aufsichtsratschef Rudolf Kemler am Donnerstagabend. Damit wäre die Firma, an der Slim über seinen Konzern America Movil nach dem Übernahmeangebot 50,8 Prozent hält, "ein höchst interessantes Unternehmen".

Gelingen könnte das vor allem über Zukäufe in Osteuropa. Im Blick hat die Telekom dabei beispielsweise Breitband- oder Kabelanbieter, um das bestehende Festnetz- und Mobilfunkangebot zu ergänzen. Um den Wachstumskurs anzustoßen, will sich die Telekom Austria auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 14. August grünes Licht für eine Kapitalerhöhung über eine Milliarde Euro holen. Diese solle - abhängig von der Entwicklung der Märkte - auch zeitnah über die Bühne gehen, sagte Kemler. "Auf Basis dieser Kapitalspritze werden wir die nächsten Projekte angehen", sagte der Aufsichtsratchef mit Blick auf angestrebte Zukäufe. Konkrete Ziele gebe es noch nicht. "Wir haben nicht ein oder zwei oder drei Projekte, wo wir wissen, die Milliarde ist sofort weg."

Nach Einschätzung des stellvertretenden Telekom-Aufsichtsratchefs Ronny Pecik dürfte sich Slim bei der geplanten Expansion in Europa nicht lange Zeit lassen. "Es ist ganz klar die Absicht der America Movil, hier jemand zu sein, der mit der Telekom Austria gemeinsam konsolidiert und nicht konsolidiert wird. Die lassen nichts anbrennen, die sind wirkliche Arbeiter", sagte er. Der Investor Pecik sieht sich als Vertreter von America Movil. Er hatte Slim den Einstieg in den österreichischen Konzern ermöglicht, als er vor zwei Jahren ein größeres Aktienpaket an den Mexikaner verkauft hatte. (Reuters, 1.8.2014)

  • Die Telekom will mit ihrem neuen Eigentümer in die Offensive gehen.
    foto: apa/punz

    Die Telekom will mit ihrem neuen Eigentümer in die Offensive gehen.

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