Lopatka stellt Neue Mittelschule infrage

1. August 2014, 11:11
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Der Ausbau könnte gestoppt werden, sollte Evaluierung schlecht ausfallen, sagt Klubchef Lopatka

Nachdem die Regierung beschlossen hat, bis 2016 alle Hauptschulen auf Neue Mittelschulen (NMS) umzustellen, rudert die ÖVP nun zurück. ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka will den Ausbau rückgängig machen, falls die für 2015 angekündigten Evaluierungsergebnisse schlecht ausfallen. Das kündigte er in den "Oberösterreichischen Nachrichten" an.

"Größte Zweifel" an Modell

Bis Anfang nächsten Jahres soll die federführend von Experten der Uni Salzburg und der Uni Wien durchgeführte Untersuchung der ersten beiden NMS-Jahrgänge vorliegen, die 2008 als Schulversuch gestartet wurde. "Dann müssen wir uns sehr genau anschauen, ob sich das bewährt hat", so Lopatka. Er habe "größte Zweifel" daran. "Im Ernstfall muss man auch den Mut haben, das rückgängig zu machen."

Grund für seine Skepsis sind unter anderem die Ergebnisse der Anfang 2014 veröffentlichten Englisch-Bildungsstandard-Tests, bei denen die NMS keine besseren Resultate als die Hauptschulen geliefert haben. Dazu kämen die vom Rechnungshof monierten hohen Kosten durch den Einsatz mehrerer Lehrer pro Klasse in einzelnen Fächern. Die Lehrerpersonalkosten pro Schüler betragen an der Neuen Mittelschule 7.200 Euro, an der AHS-Unterstufe 4.700 Euro.

"Wenn sich dann noch herausstellt, dass es auch pädagogisch wenig bringt, wenn es also bedeutet: 'Außer Spesen nichts gewesen', dann kann man nicht sagen, die NMS muss trotzdem bleiben", so Lopatka.

Heinisch-Hosek verteidigt NMS

Im Büro von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek verteidigt man auf Anfrage von derStandard.at die Neue Mittelschule. "Die NMS ist ein pädagogisch wertvolles Konzept, mit ihr wurde ein Kulturwandel eingeläutet. Ein Konzept, das auf Individualisierung und Förderung von Kompetenzen setzt", heißt es in einer Stellungnahme. Die Evaluierung der Neue Mittelschule werde erst im August 2015 vorliegen. "Die Ministerin hat immer gesagt, wenn das eine oder andere verbesserungswürdig ist, dass diese Diskussion dann zu führen ist." (APA, red, derStandard.at, 1.8.2014)

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