Die Hoffnung stirbt zuletzt  

Kolumne1. August 2014, 12:04
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"Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist weder Garantie noch ein verlässlicher Indikator für die aktuelle oder zukünftige Wertentwicklung." Dieser Satz prangt in jedem Fondsprospekt oder jedem neudeutschen Factsheet - gerne auch fett markiert oder in einer bunten Box. Doch es sieht so aus, als würden diesen Worten nur wenig Taten folgen, als würde die eindringliche Warnung davor, vergangene Erfolge an den Finanzmärkten einfach fortzuschreiben, verpuffen.

Denn ein Blick in die Absatzstatistiken der Fondshäuser zeigt ganz klar. Verkauft wird nur, was gut läuft. Die einstigen Erträge verlocken viele Anleger zum Kauf. Die Erwartung ist klar: Anleger wollen den einen Guru-Manager finden, der Jahr um Jahr die Konkurrenz und den breiten Markt schlägt. Wie beim Sport bewerben daher viele Fondshäuser ihre Fondsmanager wie Stars.

Dabei zeigen Zahlen von S&P (siehe links), dass es diesen Manager nicht gibt. Von mehr als 2700 US-Fonds etwa haben nur zwei (!) über fünf Kalenderjahre hindurch Jahr für Jahr einen Mehrertrag geschafft. Investieren ist einfach kein Sport. Wenn ein Sprinter gestern die 100 Meter in unter zehn Sekunden gelaufen ist, heißt das, dass er auch morgen nahe an dieser Höchstleistung sein wird. An den Finanzmärkten ist das anders. Fonds oder Strategien, die in einem Jahr Rekordrenditen abgeworfen haben, gehören im Jahr darauf oft zu den Nachzüglern. Investmentmoden sind daher oft Renditekiller. (Lukas Sustala, DER STANDARD, 1.8.2014)

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