Negative Bewertung: Amazon-Kunde muss nicht zahlen

1. August 2014, 09:24
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Verkäufer wollte 70.000 Euro, weil ihm nach Bewertung und Beschwerde das Händlerkonto gesperrt wurde

Das Landgericht Augsburg hat entschieden, dass für eine negative Bewertung auf Amazon kein Schadensersatz an den Händler zu leisten ist. Die geäußerte Kritik müsse allerdings der Wahrheit entsprechen und nicht maßlos überzogen sein.

Fliegengitter

Anlass für das Urteil war der Streit um ein Fliegengitter: Ein Kunde hatte bei einem Händler, der auf dem Amazon-Marktplatz verkauft, ein solches Fliegengitter erworben. Es ließ sich allerdings nicht ordnungsgemäß montieren. Daraufhin beschwerte sich der Kunde beim Händler, dieser reagierte jedoch aus Kundensicht "unverschämt und unkooperativ“. Daraufhin eskalierte der Streit weiter: Der Kunde veröffentlichte eine negative Bewertung, der Händler verlangte deren Löschung, daraufhin schaltete der Kunde Amazon ein.

Amazon sperrte Händlerkonto

Amazon schlug sich auf die Seite des Kunden und sperrte das Konto des Händlers. Daraufhin kam es zum Prozess, der Verkäufer argumentierte, ihm seien Umsätze von rund 40.000 Euro durch die Sperre entgangen. Schadlos wollte er sich jedoch beim Kunden, nicht bei Amazon halten.

Händler konnte Falschaussage nicht beweisen

Die Klage wurde nun allerdings vom Landgericht Augsburg abgewiesen. Unter anderem sah das Gericht laut Heise keine verleumderische Behauptung beim Kunden, da der Händler nicht beweisen konnte, das strittige Fliegengitter problemlos montieren zu können. Dadurch kam es erst gar nicht zu weiteren Verhandlungsrunden – in denen sich durchaus die Frage gestellt hätte, ob der Kunde überhaupt für Amazons Handlungen haftbar ist. (fsc, derStandard.at, 1.8.2014)

  • Amazon-Kunden können weiterhin wahrheitsgemäß Produkte negativ bewerten
    foto: apa/epa

    Amazon-Kunden können weiterhin wahrheitsgemäß Produkte negativ bewerten

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