Ebola-Seuche: WHO stellt 100 Millionen Dollar bereit

1. August 2014, 06:16
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Generaldirektorin Chan: Ebola-Ausbruch beispiellos

Monrovia - Mit einem Sofortprogramm im Volumen von 100 Millionen Dollar (75 Millionen Euro) reagiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf den bisher schwersten Ausbruch der Ebola-Seuche. "Das Ausmaß des Ebola-Ausbruchs und die damit verbundenen Gefahren erfordern, dass die WHO und die betroffenen Länder ihrer Reaktion eine neue Qualität geben", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Donnerstag.

Der gegenwärtige Ebola-Ausbruch in Westafrika sei beispiellos, warnte Chan. Nötig seien mehr finanzielle Mittel und eine bessere Unterstützung der betroffenen Regionen durch Fachleute. Dringend benötigt würden vor allem Seuchenfachleute, Ärzte und Krankenschwestern. Auch Logistikfachleute würden gesucht. Insgesamt müsse das Helferkontingent dringend um einige hundert Experten aufgestockt werden.

Sierra Leone rief Notstand aus

Chan kündigte an, das weitere Vorgehen am Freitag in Guinea mit den Präsidenten der betroffenen westafrikanischen Staaten zu besprechen. Am Donnerstag hatte Sierra Leone den Notstand ausgerufen. Das Land ist am stärksten von der Epidemie betroffen. Das Nachbarland Liberia hatte schon am Mittwochabend scharfe Einreisekontrollen für Personen aus von der Seuche betroffenen Gebieten verhängt. Auch Nigeria und Ghana verschärften die Einreisekontrollen an den Flughäfen.

Nach WHO-Angaben sind bei dem Ausbruch in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 720 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 1.300 Menschen haben sich infiziert. Die Seuche führt in 60 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Sie wird über alle Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen eines erkrankten Menschen übertragen.

Reisewarnung der USA, Helfer werden abgezogen

Zwei an Ebola erkrankte US-Bürger sollen einem Medienbericht zufolge zur Behandlung in die Vereinigten Staaten ausgeflogen werden. Ein entsprechend ausgestattetes Charterflugzeug sei auf dem Weg nach Liberia, um die beiden Helfer - einen Mann und eine Frau - an Bord zu nehmen, berichtete der Sender CNN am Donnerstag. Die beiden seien in einem ernsten Zustand, aber stabil.

Die USA haben nun eine Reisewarnung für Guinea, Liberia und Sierra Leone, teilte das Center for Disease Control am Donnerstag mit. Bereits zuvor hatte das US-Friedenscorps angekündigt, hunderte Helfer aus den drei Ländern abzuziehen. (APA, 31.7.2014)

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