Gabmann erstreitet 346.000 Euro

31. Juli 2014, 20:30
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Teilweiser Erfolg bei Gehaltklage - Airport will berufen

Wien - Der frühere Flughafen-Wien-Vorstand Ernest Gabmann hat mit einer seiner Klagen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber einen Teilerfolg erzielt. Das Landesgericht Korneuburg sprach ihm knapp die Hälfte der geforderten 728.000 Euro zu. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Flughafen will berufen.

Gabmann bekämpft seine vorzeitige Ablöse als Airport-Vorstand mit Ende 2011 vor Gericht. In einer Klage fordert er Gehälter ein, in einer anderen macht er Boni von 2009 bis 2011 geltend. Gabmann, früher Landeshauptmannvize von Niederösterreich (ÖVP), musste im Gefolge des Skylink-Debakels am Wiener Flughafen seinen Hut nehmen. Das Köpferollen aufgrund der massiven Kostenexplosion des Terminalausbaus war bereits im Dezember 2010 besiegelt worden. Der damalige Chef Herbert Kaufmann musste sofort gehen, Gabmanns Vertrag sowie jener seines Kollegen Gerhard Schmid wurden vorzeitig beendet.

Streitpunkt Auflösung

Genau um diese Auflösung des Dienstverhältnisses Gabmanns wird jetzt gestritten. Der Flughafen betrachtet diese laut einer Aussendung vom Donnerstag als rechtmäßig beendet. Gabmann hingegen ist der Ansicht, dass die Vertragsauflösung nicht zustande kam, weil ein versprochener Konsulentenvertrag nie abgeschlossen wurde.

Das Landesgericht Korneuburg sprach Gabmann nun 346.000 der insgesamt geforderten 728.000 Euro zu. Gabmanns früherer Arbeitgeber hat entschieden, dagegen Rechtsmittel zu ergreifen. Das Gericht habe gegengerechnet, was Gabmann seit seinem Abgang vom Flughafen verdient hat, so ein Airport-Sprecher zur APA. Außerdem seien nicht alle seiner Forderungen anerkannt worden.

Die Bonusklage Gabmanns indes läuft noch. Im September sind vier weitere Gerichtstermine in Korneuburg angesetzt. Der Flughafen hat Gabmann Anfang 2014 im Gegenzug mit einer Schadenersatzklage eingedeckt. Während Gabmann 326.000 Euro Boni fordert, macht der Flughafen einen Schaden von 2 bis 3 Mio. Euro geltend. Der Vorwurf: Gabmann habe Rakesh Sardana bei der Vergabe von Shopflächen im neuen Skylink-Terminal bevorzugt, weil er mögliche bessere Angebote anderer Anbieter nicht weiter verhandelt habe. Gabmann hat das im Februar heftig zurückgewiesen, auch für das Skylink-Debakel sieht er sich nicht in der Verantwortung. Der Flughafen-Shop-Betreiber Sardana ging im Sommer 2012 pleite.

Die börsennotierte Flughafen Wien gehört zu je 20 Prozent dem Land Niederösterreich und der Stadt Wien, mehr als 40 Prozent der Aktien sind im Streubesitz. (APA, 31.7.2014)


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