Gentletent: Entfaltungsraum in wenigen Minuten

31. Juli 2014, 14:51
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Ein Linzer Start-up-Unternehmen bringt ein aufblasbares Designerzelt in den Handel

Camping ist Aktivurlaub: Schon bei der Abreise gilt es, "Zimmer, Kuchl, Kabinett" im Kofferraum zu verstauen. Am gewählten Platz der Outdoorfreude angekommen, verliert sich der gemeine Camper klassisch im Stanglwald. Mit der Aufbauanleitung im Mund – was das Fluchen deutlich unterdrückt – vollführt der ambitionierte Freiluftschläfer auf ungewohntem Territorium verschiedenste gymnastische Bodenübungen und versucht verzweifelt Gestänge, Schlaufen und Zeltstoff zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Doch Zeltaufbau ist Teamarbeit. Sollten die Miturlauber über keine praktischen Veranlagungen verfügen, bleibt nur die Scham, den Campingnachbarn um Hilfe zu bitten.

Des Akts blanker Urlaubsverzweiflung hat sich jetzt das Linzer Start-up-Unternehmen Gentletent angenommen und das Ende der Mühsal beim Zeltaufbau eingeleitet. In der Linzer Tabakfabrik, der jungen Kreativschmiede in der Stahlstadt, entwickelten die Linzer Gernot Rammer und Jürgen Haller die beiden Airstents "Gentletent Classic" und "Gentletent Small". Beide Freiluft-Behausungen stellen sich in wenigen Minuten alleine auf – vorausgesetzt man hängt den Luftkompressor an.

Mehr Platz im Innenraum

Jetzt mag der erfahrene Camper zu Recht einwerfen, dass es sich selbst entfaltende Zelte bereits gibt. Neu ist bei Gentletent jedoch, dass die Modelle sich allein schon von der Form von bekannten Produkten unterscheiden. "Wir sind die Ersten, die bei Airtents gerade Trägersysteme anstatt der traditionellen Igluformen realisiert haben. Wir wollen, dass die Camper die Architektur der Zelte spüren und sich in den Zelträumen zu Hause fühlen", erklärt Rammer. Heißt in der Praxis: Der Camper kriecht nicht mehr auf allen Vieren in den Schlafsack, sondern kann erhobenen Hauptes ins Zelt schreiten.

Dazu kommt, dass sich die Zelte direkt an die Rückseite des Autos andocken lassen und der Kofferraum somit zum Schrank oder Schließfach wird. Und es lohnt sich auch ein Einsatz abseits des Campingurlaubs. Haller: "Unser Konzept ist extrem variabel – ob als Partyzelt, Vordach oder Markstand." Aktuell arbeiten die jungen Unternehmer an der Überleitung zur Serienproduktion. Einmal im Handel, soll das Klassikmodell rund 1.200 Euro kosten. (Markus Rohrhofer, derStandard.at, 31.7.2014)

  • "Zimmer, Kuchl, Kabinett" unterwegs.
    foto: gentletent

    "Zimmer, Kuchl, Kabinett" unterwegs.

  • Es lohnt sich auch ein Einsatz abseits des Campingsurlaubs.
    foto: gentletent

    Es lohnt sich auch ein Einsatz abseits des Campingsurlaubs.

  • Standl to go.
    foto: gentletent

    Standl to go.

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