Eine Watsche für Salzburg zur richtigen Zeit

31. Juli 2014, 13:28
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Entäuschende Salzburger trauern vergebenen Chancen in Baku nach. Optimismus für Rückspiel gegen Karabach Agdam dennoch ungebrochen

Baku - Salzburgs siebenter Anlauf auf die Gruppenphase der Champions League ging am Mittwoch in Baku mit einem 1:2 gegen Aserbaidschans Meister Karabach Agdam gründlich daneben. Für die bisher locker aufspielenden Bullen war es in einer ereignisreichen Partie auch eine "Niederlage zur richtigen Zeit", wie Trainer Adi Hütter anmerkte. Der Optimismus für das Rückspiel ist jedenfalls ungebrochen.

"Ein Wunschergebnis schaut natürlich anders aus, die Enttäuschung ist schon da", sagte Andreas Ulmer nach der ersten Pflichtspielniederlage der laufenden Saison. Der Linksverteidiger trauerte den zahlreichen vergebenen Chancen nach der Pause nach, als Salzburg sieben Möglichkeiten benötigte, ehe der zwischenzeitliche Ausgleich durch Jonatan Soriano (77.) gelang.

"Bisschen aus der Bahn geworfen"

Vor 31.000 stimmgewaltigen Fans (Hütter: "Das war schon beeindruckend") kam das Gegentor in der zweiten Minute denkbar ungünstig. Das übliche Salzburger Spiel, mit dem die Gegner bisher an die Wand gedrückt wurden, blieb in seinen Ansätzen stecken. "Der Spielverlauf war natürlich nicht für uns. Das hat uns ein bisschen aus der Bahn geworfen", resümierte Hütter. "Der letzte Pass ist oft nicht gekommen, wir haben zu wenige Torchancen herausgespielt." Und Agdam sei ein starker Gegner gewesen. "Karabach wäre in der Bundesliga mit dem Publikum im Rücken und mit vielen klasse Einzelspielern wohl besser als unsere Spitzenmannschaften", befand Hütter.

Die rote Karte für Rechtsverteidiger Christian Schwegler machte es Salzburg nicht leichter. Für Schwegler war es eine klare Fehlentscheidung, die der ukrainische Schiedsrichter Bojko in der 34. Minute traf. "Ich habe es so gesehen, dass von uns noch andere und zumindest Hinteregger noch in der Nähe waren. Deswegen habe ich mich auch etwas riskanter hinbewegt", erklärte der Schweizer die Aktion gegen den schnellen und technisch starken Reynaldo.

"Für uns möglicherweise ein Vorteil"

Dass der Brasilianer - so wie sein Teamkollege Admir Teli, der Gelb-Rot sah - im Rückspiel gesperrt ist, weil er kurz vor Schluss wegen rohen Spiels gehen musste, dürfte Salzburg jedenfalls nicht schaden. "Für uns ist es möglicherweise ein Vorteil", bemerkte Hütter, der beide roten Karten als "fragwürdig" einstufte.

Was den Trainer wesentlich zuversichtlicher für das Rückspiel machte, war die Leistung nach dem Seitenwechsel: "Wir waren klar überlegen, haben klar nach vorne verteidigt. Karabach hat in der zweiten Hälfte auf Konter gespielt." Karabach-Trainer Qurban Qurbanov stimmte dem zu: "Da hat man gesehen, dass Salzburg eine sehr starke Mannschaft ist." Was Hütter in der zweiten Hälfte ärgerte, war das neuerliche Gegentor, bei dem der ansonsten starke Sadio Mane den Ball im Dribbling verlor: "Das war absolut unnötig."

"Waren nicht hundertprozentig konzentriert"

Für den Torschützen Soriano, der sich erstmals in dieser Saison in einem Spiel mit einem Treffer zufriedengeben musste, war der schwache Start in die erste Hälfte auch Kopfsache. "Wir brauchen in Salzburg eine andere Mentalität", sagte der Spanier. "Wir waren nicht hundertprozentig konzentriert."

Vom großen Ziel will man sich natürlich nicht abbringen lassen. "Wir wollen in die Gruppenphase", sagte Hütter. Mittelfeldspieler Kevin Kampl kündigte für das Duell in Wals-Siezenheim, für das am Mittwoch 8.000 Karten verkauft waren, an: "Wir werden von Anfang an voll draufgehen, attackieren, zeigen, wer der Chef ist. Es wird 90 Minuten Vollgas-Powerfußball geben, wie man das von uns kennt."

Plan B: Rasenball Leipzig

Geht der Plan nicht auf und verpasst Salzburg zum siebenten Mal in Folge den Sprung in die Champions League, wird es sich langsam, aber sicher mit der Rolle des Farmteams von Rasenball Leipzig abfinden müssen.

Der sofortige Aufstieg des Zweitligisten in die deutsche Bundesliga hätte dann wohl Priorität. Noch vor Ende der Transferzeit könnte der eine oder andere Profi nach Deutschland verschoben werden. Massimo Bruno und Marcel Sabitzer sind ohnehin nur von Leipzig geliehen. Kevin Kampl, Martin Hinteregger, Sadio Mané und André Ramalho sind angeblich weitere Kandidaten für die einstige Filiale. (APA/sid/red, 31.7.2014)

  • Der Ausschluss von Schwegler war eines von vielen zweifelhaften Geschehnissen in Baku.
    foto: apa/ hochmuth

    Der Ausschluss von Schwegler war eines von vielen zweifelhaften Geschehnissen in Baku.

  • In der zweiten Halbzeit gingen die Bullen wesentlich bemühter zu Werke, im Abschluss agierten sie jedoch fahrlässig.
    foto: apa/ hochmuth

    In der zweiten Halbzeit gingen die Bullen wesentlich bemühter zu Werke, im Abschluss agierten sie jedoch fahrlässig.

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