Palaus Präsident will schlechte Ernährung bekämpfen

30. Juli 2014, 15:37
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Pazifik-Inseln haben die weltweit höchste Dicken-Rate

Angesichts hoher Übergewichtsraten unter den Bewohnern der Pazifik-Staaten hat Palaus Präsident Tommy Remengesau der schlechten Ernährung den Kampf angesagt. Fertig- und Fast-Food dürfte daran schuld sein.

"Unsere Vorfahren nutzten die örtlichen Produkte wie Gemüse und Fisch", sagte Remengesau, der in der Nacht auf Mittwoch zum neuen Vorsitzenden des Pazifischen Inselforums (PIF) gewählt worden war. "Heute verlassen wir uns zu sehr auf importierte Waren, Konserven, welche die Zucker-, Salz- und Fettwerte in die Höhe treiben", beklagte der relativ schlanke Präsident des kleinen Inselstaats.

Keine Verpflichtung

Der 58-Jährige sagte während seiner Walkingtour vor Sonnenaufgang in einem Interview, niemand könne zu gesunder Ernährung oder täglicher Bewegung verpflichtet werden. Der jüngeren Generation könne nur vorgemacht werden, was helfe, ein gesundes Leben zu führen, sagte Remengesau. Er wies darauf hin, dass Herzprobleme, Diabetes und hoher Blutdruck geradezu epidemische Ausmaße in der Region angenommen hätten.

Laut einer vor kurzem veröffentlichten Studie der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" finden sich fünf der zehn Nationen mit den meisten fettleibigen Einwohnern in der Pazifik-Region. Mit einer Übergewichtsrate von mehr als 50 Prozent führt Tonga die Liste an. Laut offiziellen Statistiken sterben 75 Prozent der Menschen in der Region an Krankheiten wie etwa Herz-Kreislauf-Problemen und Diabetes, unter dem in einigen Pazifik-Staaten mehr als 40 Prozent der Bevölkerung leiden.

Körperfülle als Zeichen des Wohlstands

Remengesau beklagte, die Bevölkerung betrachte Körperfülle noch immer als Zeichen des Wohlstands. "Kein Inselbewohner wird jemals sagen, ein fetter Mann sei ein kranker Mann. Sie werden sagen: 'Wow, das ist ein starker Mann, der viel Essen hat und gut lebt.'" Es liege in der Kultur, möglichst viel zu essen und Freunde und Familie mit reichlich Speisen zu verwöhnen. Dies müsse sich ändern, sagte der Staatschef und verwies auf Überlegungen zur höheren Besteuerung ungesunder Nahrungsmittel. (APA, derStandard.at, 30.7.2014)

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