XXXLutz-Einstieg bei Steinhoff abgeblasen

30. Juli 2014, 15:04
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Wettbewerbsbehörde bestätigt Rückzug des Prüfantrages - Neueinbringung im Herbst möglich

Wien/Wels/St. Pölten - Ein im Juli angekündigter Großdeal in der Möbelbranche zwischen den Konkurrenten XXXLutz und der Kika/Leiner-Mutter Steinhoff ist vorerst abgesagt. Wie berichtet wollte XXX-Lutz-Miteigentümer Andreas Seifert 26,5 Prozent am französischen Möbelriesen Conforama erwerben. Conforama gehört wie Kika und Leiner zum südafrikanischen Konzern Steinhoff.

Das Vorhaben war von Seifert bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) angemeldet worden. Am Mittwoch gab die Behörde nun bekannt, dass der Prüfantrages vom XXX-Lutz-Miteigentümer zurückgezogen worden sei.

Engültig Geschichte dürfe die Transaktion allerdings nicht sein. Im Herbst sei an eine Neueinbringung gedacht, teilte die Behörde mit. Der Rückzug des Antrages sei allerdings ungewöhnlich, hieß es.

Finanzbeteiligung

Im Juli hatte XXXLutz-Sprecher-Thomas Salinger den Deal noch verteidigt und erklärt: "Damit beteiligen wir uns rein finanziell an einem starken Möbeldiskonter mit bedeutendem Elektroanteil in Frankreich". Da es sich um eine reine "Finanzbeteiligung" handle und man in Frankreich keine Konkurrenz zur Steinhoff-Gruppe sei, gebe es nichts, was die Kartellhüter gegen diesen Zusammenschluss haben könnten.

Das sahen aber Mitbewerber und Lieferanten anders. Christian Wimmer, Geschäftsführer der Einkaufsverbände Wohn Union und Garant mit 240 Mitgliedsbetrieben der Einrichtungsbranche sprach am Mittwoch davon, dass hier versucht wurde, "im stillen Kämmerlein" eine Einigung zu erzielen. Aber die Einsprüche von Betroffenen hätten nun Wirkung gezeigt. Er hatte sich schon zu Monatsbeginn gefragt, warum Lutz nicht in sein eigenes Geschäft investiere, sondern in den Mitbewerber.

Erst vor wenigen Monaten hat sich XXX-Lutz-Miteigentümer Seifert privat bei der deutschen Billigkette Poco beteiligt. Poco gehört ebenfalls zur Steinhoff-Gruppe. Für Spekulationen sorgte auch der Einsatz des ehemaligen Lutz-Managers Hermann Wieser in der Geschäftsführung von Kika/Leiner. Die Familien der Firmen Lutz und Kika/Leiner gelten als persönlich zerstritten. Im Sommer 2013 übernahm Steinhoff Kika/Leiner. Damit wurden die Karten neu gemischt. (APA, 30.7.2014)

  • XXX-Lutz-Miteigentümer Andreas Seifert wollte bei der Kika/Leiner-Mutter Steinhoff einsteigen, nun sind die Pläne zumindest einmal aufgeschoben
    foto: apa/helmut fohringer

    XXX-Lutz-Miteigentümer Andreas Seifert wollte bei der Kika/Leiner-Mutter Steinhoff einsteigen, nun sind die Pläne zumindest einmal aufgeschoben

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