Eiszeitliche Elfenbeinfigur hat wieder einen Kopf

1. August 2014, 18:17
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Deutscher Archäologe: "Mit der Ausbreitung von Homo sapiens über die ganze Welt breiteten sich Kunst und Musik ebenfalls aus"

Tübingen - Die Vogelherdhöhle im baden-württembergischen Lonetal ist bekannt für eine Reihe von archäologischen Funden aus der jüngeren Altsteinzeit. Die aus Mammut-Elfenbein angefertigten sogenannten "Vogelherd-Figuren" zählen mit einem Alter von bis zu 40.000 Jahren zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit. Geblieben ist von ihnen in erster Linie eine große Zahl von Fragmenten. Wissenschafter sind seit Jahren damit beschäftigt, diese zusammenzusetzen.

Eines dieser eiszeitlichen Artefakte ist eine Löwendarstellung - und die ist nun in einem neuen Licht zu sehen, wie die Universität Tübingen berichtet. Wissenschaftern der Universität gelang es, die Figur um einen Teil des Kopfes zu ergänzen. Dadurch zeigte sich, dass es sich bei dem Objekt nicht wie zunächst gedacht um ein Relief, sondern um eine Vollplastik handelt.

"Diese Funde stammen aus der Zeit, in der moderne Menschen zum ersten Mal Europa erreichten und die einheimischen Neandertaler verdrängten. Mit der Ausbreitung von Homo sapiens über die ganze Welt breiteten sich Kunst und Musik ebenfalls aus, und jetzt sind sie feste Bestandteile aller Gesellschaften“, sagt der Tübinger Archäologe Nicholas Conard. (red, derStandard.at, 1. 8. 2014)

  • Die rekonstruierte Eiszeitfigur ist seit 30. Juli im Museum der Universität Tübingen auf Schloss Hohentübingen zu sehen.
    foto: foto: hilde jensen, universität tübingen

    Die rekonstruierte Eiszeitfigur ist seit 30. Juli im Museum der Universität Tübingen auf Schloss Hohentübingen zu sehen.

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