Goldmaries müde Stiefel

31. Juli 2014, 17:40
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Puss N Boots: Norah Jones übernachtet mit zwei Freundinnen im Trailerpark

Der akustische Bass brummt gemächlich, aus den Gitarrensaiten purzeln faul die Noten. Dreistimmig streckt man sich verschlafen ins erste Lied. Es folgen weitere von Freunden, Idolen und ein paar selbst geschriebene.

Die drei, die da zusammengefunden haben, heißen Sasha Dobson, Catherine Popper und – die Goldmarie des Trios – Norah Jones. Unter dem Namen Puss N Boots haben die drei befreundeten Girls gerade das Album mit dem politisch total ur nicht korrekten Titel No Fools, No Fun veröffentlicht.

Wie zur Rechtfertigung inszeniert man sich am Cover trailerparktauglich im Morgenmantel, trägt selbst gestrickte Stutzen und Cowboystiefel. Jones kennt man als Jones, Dobson spielt in ihrer Band, Popper mit Ryan Adams und Joseph Arthur. Zusammengefunden haben die drei vor fünf, sechs Jahren. Damals gab man ohne größere Ambitionen ein paar Konzerte in Brooklyn. In derselben Stimmung setzt man No Fools, No Fun in die Welt.

Halbherzig covert man Neil Youngs Down By The River, Selbiges lässt sich über ihre Interpretation von Jesus, Etc. von Wilco sagen. Wirklich aufgehen tut die Idee der drei leider nur in Songs wie dem von Popper verfassten Always, das sich in den Midtempobereich verirrt.

Dort wird hübsch das Schlagzeug gebeserlt und der Song wirkt, als würde er was wollen. Der Rest fällt weit zurück. Verschlafen und ausgeschlafen sind eben doch zwei verschiedene Herangehensweisen. (flu, Rondo, DER STANDARD, 1.8.2014)

Puss N Boots: No Fools, No Fun (Blue Note/Universal)

  • Trailerparktaugliche Inszenierung im Morgenmantel: Puss N Boots.
    foto: universal music

    Trailerparktaugliche Inszenierung im Morgenmantel: Puss N Boots.

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