John Romero: Free2Play war Ende hunderter Spielestudios

1. August 2014, 12:33
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Gamedesign müsste besser werden – PCs "dezimieren" Konsolen

Die Spielebranche ist im Wandel. Viele Entwickler und Publisher versuchen sich abseits des traditionellen Geschäftsmodells immer öfter im Free2Play-Bereich. Hier erhalten Konsumenten ein Spiel in seiner Grundversion kostenlos, Geld verdient der Hersteller über Käufe von Ingame-Geld, Gegenstände und anderen Content.

Kontroverse

Das Konzept wird sehr kontrovers diskutiert, geht es doch oft zu Lasten des Gameplays, um den Spieler mehr oder weniger aufdringlich zum Ausgeben von Geld zu bewegen. Das in letzter Zeit wohl prominenteste Beispiel für eine problematische Free2Play-Umsetzung ist wohl "Dungeon Keeper" in seiner Fassung für Mobilgeräte.

Zu den kritischen Stimmen reiht sich nun auch Branchenveteran John Romero ein. Gegenüber GamesIndustry spricht der einstige Mitgründer von id Software ("Doom", "Quake", "Wolfenstein") nun über seine Einstellung.

Vorreiter Shareware

Er vergleicht das Modell mit dem Konzept der Shareware. "Unsere ersten Episoden waren vollständig gratis. Gib uns kein Geld, spiele es, und wenn du mehr spielen möchtest, bezahlst du uns schlussendlich", sagt er. "Man musste dafür das Spiel in puncto Design nicht verkrüppeln. Das war ein wirklich fairer Weg, Spiele zu vermarkten."

Shareware habe den Spielern auch erstmals ermöglicht, vorab einen echten Eindruck von einem Game zu gewinnen. Davor konnten die Spieler nur die Verpackung der Spiele ansehen und mussten dann entscheiden, ob sie fünfzig Dollar investierten, oder nicht, so Romero weiter.

Romero rechnet mit Besserung

Allerdings sieht er Hoffnung. Die Spielemacher würden mit der Zeit besser darin, Free2Play-Games umzusetzen. "Eines Tages wird 'Freemium' sein Stigma verlieren", meint er. Die Menschen würden irgendwann akzeptieren, dass dies ein fairer Weg sei. Das ginge aber nur, wenn die Spiele so gestaltet seien, dass die Spieler das Geld für Zusatzcontent aus freien Stücken ausgeben wollen und nicht, weil sie das Spiel dazu nötigen würde.

Konsolen unterliegen PCs

Seine Kritik an Free2Play bewegt sich aber auch auf anderer Ebene, fasst GameSpot zusammen. "Am PC hat man Free2Play-Games und Spiele auf Steam für fünf Dollar. Der PC dezimiert die Konsolen schon allein durch den Preis". Seiner Ansicht nach habe dieser Wandel schon zum Ende von hundert AAA-Studios geführt.

Ein anderer Grund, warum der PC als Plattform stärker an Bedeutung gewinne und auch Mobile Games boomen, sei die geschlossene Natur der Konsolen. Der PC böte eine sich konstant weiterentwickelnde Plattform mit hoher Abwärtskompatibilität und hoher Anpassbarkeit.

Abwärtskompatibel und aufrüstbar

Wolle man ein DOS-Game aus den 1980er-Jahren spielen, sei dies eben so möglich wie ein Hardware-Upgrade für mehr Leistung. So habe man immer einen Rechner, der selbst Next-Gen-Konsolen wie Xbox One und PlayStation 4 leistungsmäßig locker in den Schatten stelle. (gpi, derStandard.at, 01.08.2014)

  • John Romero kritisiert Free2Play, sieht aber auch Hoffnung.
    foto: john romero/twitter

    John Romero kritisiert Free2Play, sieht aber auch Hoffnung.

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