Europäische Arzneimittelagentur: "Pille danach" ist sicher

30. Juli 2014, 10:37
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Der Nutzen überwiegt das Risiko. Auch bei Frauen mit hohem BMI wirksam

Die "Pille danach" - Hormonpräparate bzw. Arzneimittel mit einem Hormon-ähnlichen Wirkstoff - hat mehr Nutzen als Risiko. Sie sind auch wirksam bei dicken Frauen mit einem hohen Body-Mass-Index. Das hat laut dem Gesundheitsministerium eine neue Bewertung der Mittel zur Notfallkontrazeption durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ergeben.

Zuvor war vereinzelt eine geringere Wirksamkeit der Mittel zur Notfallverhütung ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Versagen einer Verhütungsmethode bei Frauen mit hohem Körpergewicht vermutet worden. Bei den Produkten, die in Österreich zugelassen sind, handelt es sich um Levonorgestrel-haltige Präparate (Vikela, Postinor, Levodonna, Velafam) sowie ein Präparat mit Ulipristal (ellaOne).

Unabhängig von Gewicht

"Der Humanarzneimittelausschuss der EMA hat nun bestätigt, dass der Nutzen der Notfallverhütungspräparate die Risiken überwiegt und die 'Pille danach' bei Frauen unabhängig von ihrem Gewicht oder BMI angewendet werden kann. Frühere Informationen, wonach Levonorgestrel-haltige Notfallverhütungen ab 75 Kilogramm Körpergewicht schlechter und ab 80 Kilogramm Körpergewicht nicht mehr wirksam gewesen wären, sind somit nicht mehr gültig und werden geändert", hieß vonseiten des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen. Entsprechende Hinweise hätten sich laut der EMA als zu schwach herausgestellt.

Geringes Nebenwirkungspotenzial

Das Nebenwirkungspotenzial aller "Pille-danach"-Präparate wird als gering angesehen, das Sicherheitsprofil daher als günstig eingestuft, die Präparate können in Zukunft von allen Frauen unabhängig von ihrem Gewicht oder BMI angewendet werden. Die Pille danach sollte zur optimalen Wirksamkeit so rasch wie möglich nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr angewendet werden.

Es handelt sich ausschließlich um eine Notfallkontrazeption. Sie kann normale Verhütungsmethoden nicht ersetzen und stellt eine nur im seltenen Notfall verwendbare Methode dar. Laut einer vor kurzem veröffentlichten Meinungsumfrage dürften "Verhütungsunfälle" innerhalb von fünf Jahren zwischen 40 und 50 Prozent der Paare betreffen. Zu fast 80 Prozent betreffen solche Probleme Paare in fester Beziehung. (APA, derStandard.at, 30.7.2014)

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