Was Urlauber auf die Palme bringt

30. Juli 2014, 05:21
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Politische Unruhen, Lärm und Flugprobleme versalzen Urlaubern die "schönsten Wochen des Jahres"

Wien - Frau P. und Frau G. hatten eine Pauschalreise nach Kuba gebucht. Sieben Stunden sollte der Flug über den Atlantik dauern. Letztendlich brauchten die beiden Urlauberinnen 25 Stunden, um ans Reiseziel zu gelangen, bedingt durch technische Pannen, die den Flug verzögerten.

Nicht immer kommen Urlauber zufrieden in ihr Heimatland zurück. Stornos wegen politischer Unruhen, mangelhafter Unterkünfte, Lärm sowie verspäteter oder gestrichener Flüge zählen zu den größten Ärgernissen, wie eine erste Auswertung der Arbeiterkammer Wien (AK) für das bisherige Jahr ergab.

Rund 22 Prozent von 153 Reisenden, die sich vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) von Mitte Juni bis Mitte Juli wegen Unanehmlichkeiten während ihres Urlaubs vor allem in Spanien, Italien und Israel beschwerten, waren wegen der schlechten Unterbringung und anderen Mängeln vor Ort aufgebracht.

Wanzen

Meist ging es um desolate Zimmer und Lärm durch Flugzeuge oder Feste. In einem Fall wurden Kreuzfahrtpassagiere von Wanzen geplagt. Thema waren auch Strände, die nicht zum Baden geeignet waren - oder halt so gar nicht dem idyllischen Aussehen im Prospekt entsprachen.

Jeder Fünfte ärgerte sich über seinen Flug: gestrichen oder stark verspätet. Geltend gemachte Entschädigungsleistungen nach der Fluggastrechte-Verordnung wurden mehrfach von den Airlines verweigert - meist mit dem Hinweis auf "unerwartet aufgetretene Flugsicherheitsmängel".

Auch die Kosten der mehrheitlich online gebuchten Reisen erhitzten die Gemüter. Die Angaben auf Internetportalen entpuppten sich als intransparent oder es gab Zuschläge, die erst nach der Buchung ersichtlich waren. Leistungsänderungen knapp vor der Abreise sorgten ebenso für Kritik.

Reklamieren

Doch entweder verreisten heuer bisher weniger Österreicherinnen und Österreicher - oder sie waren mit dem Gebotenen zufriedener. Denn im gleichen Zeitraum des Vorjahres fanden noch 210 Urlauber mit Reiseklagen im Gepäck den Weg zu den Konsumentenschützern. Der Rest dürfte weitgehend beschwerdefrei heimgekommen sein.

Gleichwie. Da die "schönsten Wochen des Jahres", vulgo Sommerurlaub, so oder so kostbar und mitunter kostspielig sein können, gibt es für Konsumenten das Recht der Reisereklamation. Ein Musterbrief dazu findet sich auf der AK-Homepage ebenso wie die "Frankfurter Tabelle". Diese gibt Auskunft, wie viel Prozent des Reisepreises Pauschalreisende für einen bestimmten Mangel vom Veranstalter zurückverlangen können. (kat, DER STANDARD, 30.7.2014)

  • Nicht alles im Urlaub ist so perfekt wie im Prospekt. Auch Baustellenlärm kann Anlass für Beschwerden sein.
    foto: : epa/nagi

    Nicht alles im Urlaub ist so perfekt wie im Prospekt. Auch Baustellenlärm kann Anlass für Beschwerden sein.

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