Zum Heulen

Einserkastl29. Juli 2014, 18:23
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Ausgelöst hat das Wunder der weinenden Muttergottes ein Mann, der Wundmale Christi auf der Brust trägt

In Süditalien, genauer gesagt in Piane Crati und in Cosenza, beides in Kalabrien, hat wieder einmal die Muttergottes geweint. Sagt Il Messaggero, während andere Medien berichten, dass es in Cosenza nicht die Madonna, sondern San Francesco di Paola beziehungsweise seine Statue war, deren Augen übergingen.

In Piane Crati war es, glaubt man dem Corriere Locride, besonders frappierend zu sehen, wie eine Träne Marias noch eine Viertelstunde an ihrem Kinn hing, bevor sie in der heißen Morgensonne verdunstete. Ausgelöst hat das Wunder offenbar die Präsenz eines Mannes, der Wundmale Christi auf der Brust trägt. In Italien gibt es laut einer Zählung vom Vorjahr etwa 300 Stigmatisierte.

Die alte italienische katholische Welt war auch am Sonntag in Palermo in Ordnung, als die Prozession der Konfraternität der "Maria Santissima del Monte Carmelo" vor dem Haus des (im Gefängnis sitzenden) "Capo dei capi" der palermitanischen Mafia, Alessandro D'Ambrogio, anhielt: Die Madonna verbeugte sich vor dem Chef der Cosa Nostra, die in dessen Bestattungsinstitut - was sonst - ihr Hauptquartier hatte.

Auch das kommt öfter vor: das letzte Mal Anfang Juli in Oppido Mamertina in Kalabrien. Dort wurde der (ebenfalls inhaftierte) 'Ndrangheta-Pate Pepe Mazzagatti auf diese Weise geehrt. So ist das nun einmal. Da kann Papst Franziskus noch so dagegen wettern und die Madonna noch so heulen. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 30.7.2014)

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