Kometensonde liefert die ersten Messergebnisse

1. August 2014, 18:24
38 Postings

Ingenieure testeten die Harpune, mit der sich der Lander der Sonde auf der Oberfläche von "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" verankern soll

Köln/München/Graz - Eine Schicht aus Staub und Eis bedeckt den Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko", dem die Weltraum-Sonde "Rosetta" derzeit auf seinem Weg zur Sonde folgt. Das deuten Forscher der europäischen Weltraumorganisation ESA aus den ersten Messergebnissen, die die Sonde per Funk zur Erde schickte.

Es ist kein überraschendes Ergebnis, ist aber eine wichtige Bestätigung für die Funktionsfähigkeit der Sonde. Zum Zeitpunkt der Messung war "Rosetta" zwischen 14.000 und 5.000 Kilometer von dem Kometen entfernt.

Test hat "im Prinzip geklappt"

Derweil testeten Ingenieure in Oberpfaffenhofen bei München eine Harpune, mit der die Landeeinheit mit dem Minilabor "Philae" an dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" - kurz "Tschuri" - verankert werden soll.

Mit 90 Metern pro Sekunde jagte die Harpune in eine simulierte Kometenoberfläche aus Schaumbeton. "Im Prinzip hat es geklappt", sagte der Österreicher Stephan Ulamec, Projektleiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der in Graz ausgebildete Geophysiker ist seit 1994 beim DLR.

Die bei dem Versuch gewonnenen Daten wollen Fachleute vom DLR und Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) nun nutzen, um den im November geplanten Landevorgang zu optimieren.

"Philae" trägt zehn Instrumente an Bord, mit denen unter anderem die Beschaffenheit der Kometenoberfläche erfasst werden soll. Die Wissenschafter erhoffen sich davon neue Erkenntnisse zur Entstehung unseres Sonnensystems und den Ursprüngen des Lebens.

"Philae"-Landung im November

Die Sonde "Rosetta" ist seit zehn Jahren im All unterwegs und wird den Kometen am 6. August erreichen. Dabei soll sie sich ihm auf bis zu 100 Kilometer nähern. Das mittransportierte Minilabor "Philae" soll dann im November darauf landen. (APA/red, derStandard.at, 01.08.2014)

  • Klappt die Landung, dann wird "Philae" - hier auf einer Illustration der ESA - auf der Kometenoberfläche fest verankert sein.
    illustration: esa

    Klappt die Landung, dann wird "Philae" - hier auf einer Illustration der ESA - auf der Kometenoberfläche fest verankert sein.

Share if you care.