"Stern" schielt mit erneuertem Heft aufs Wochenende

29. Juli 2014, 15:31
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Gruner + Jahr erneuert das Magazin optisch und inhaltlich - Relaunch ab Mitte August

Was Konkurrent "Spiegel" schon im Frühjahr erledigt hat, steht beim "Stern" noch ins Haus. Das Verlagshaus Gruner + Jahr arbeitet derzeit am Feinschliff, um sein Flaggschiff optisch und inhaltlich zu erneuern. Ab Mitte August soll das Wochenmagazin mit neuer Positionierung auf den Markt kommen. Im Visier des Hefts sind noch stärker die Wochenendleser, um die auch der "Spiegel" kämpft. Das Nachrichtenmagazin wird 2015 samstags statt am Montag erscheinen.

Donnerstag soll auf Wochenende einstimmen

"Die Leser sind am Donnerstag, wenn der Stern erscheint, noch in der Woche drin, stellen sich aber gedanklich schon aufs Wochenende ein. Dieser Tatsache wollen wir jetzt noch mehr Beachtung schenken und das Wochenende stärken – denn es ist die leseintensivste Zeit", wird "Stern"-Chefredakteur Dominik Wichmann in einer Pressemitteilung zitiert.

"Inspiration" sollen Wochenendleser beispielsweise im hinteren Teil des Hefts finden; in der neuen Rubrik "Sein und Haben". Hier kündigt Gruner + Jahr Themen an, die sich um Genuss, Spiele, Freizeit, Familie und Partnerschaft drehen. Im vorderen Teil des Magazins sollen sich mehr Fotoreportagen und Hintergrundgeschichten finden.

Minus bei verkaufter Auflage

Mit dem Erneuerungsprozess will "Stern" den Leserrückgang stoppen. Das Branchenmedium "horizont.net" rechnet vor, dass das Magazin im zweiten Quartal 2014 mit 756.659 verkauften Exemplaren ein Minus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen musste.

Der neue "Stern" könnte auch Auswirkungen auf die Gruner + Jahr-Tochter "News" haben. Horst Pirker, neuer Boss der Verlagsgruppe News, arbeitet gerade an einer Strategie, um das österreichische Wochenmagazin neu zu positionieren. Eine Rolle dabei könnten auch Inhalte des "Stern" spielen, auf die "News" zurückgreifen könnte. (red, derStandard.at, 29.7.2014)

Nachlese

Wenn "News" nach dem "Stern" greift - Neuer Konzernboss Horst Pirker will Ressourcen deutscher Mutter Gruner + Jahr nutzen - "Sind mit 'News' noch nicht fertig"

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