Rassismus-Eklat in Italien: Tavecchio entschuldigt sich

29. Juli 2014, 14:14
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Amateur-Fußballchef sprach sich für stärkere Regulierung des Zustroms ausländischer Spieler aus und sorgte dabei für eine verbale Entgleisung

Rom - Der italienische Amateur-Fußballchef Carlo Tavecchio zeigt im Rassismus-Skandal Reue. "Es war ein Fehler. Es tut mir leid und ich entschuldige mich", sagte der 71-Jährige. Seine Kandidatur für das Präsidentenamt beim italienischen Fußball-Verband FICG werde er aber nicht zurückziehen. "Ich genieße die Unterstützung mehrerer Ligen", sagte Tavecchio, der zudem betonte, dass er sich in seinem Leben immer wieder für Dritte-Welt-Länder und gegen den Krieg in Nahost eingesetzt habe.

Tavecchio hatte sich auf einer Tagung der Amateurklubs in der Debatte über Konsequenzen aus Italiens WM-Vorrundenaus für eine stärkere Regulierung des Zustroms ausländischer Spieler ausgesprochen. "In England schaut man sich Spieler, wenn sie kommen, genau an. Sie müssen Lebenslauf und Stammbaum vorzeigen. Wenn sie Profis sind, dürfen sie auch spielen. Bei uns bekommen wir einen Opti Poba, der vorher Bananen gegessen hat und dann plötzlich in der ersten Mannschaft von Lazio spielt", hatte er gesagt. Nun erklärte er, sich im Falle seiner Wahl zum Verbandschef gegen jegliche Form von Diskriminierung im Sport einsetzen.

Der Weltverband FIFA hatte am Montag den italienischen Verband zu Ermittlungen gegen Tavecchio aufgefordert. (sid, 29.7.2014)

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