Salzburgs Bullen und der siebente Anlauf

29. Juli 2014, 13:10
342 Postings

Beim Meister regiert vor der vorletzten CL-Qualirunde gegen Karabach Agdam Zuversicht, mit der gefürchteten Pressingmaschine auch gegen Aserbaidschans Meister erfolgreich zu sein

Baku - Mit dem Hinspiel der dritten und vorletzten Qualifikationsrunde bei Aserbaidschans Meister Karabach Agdam startet RB Salzburg am Mittwoch (17.30 Uhr MESZ/live ORF eins und derStandard.at) in die Champions-League-Saison. Dank bestens geölter Tormaschine soll im siebenten Anlauf der Red-Bull-Ära (seit 2005) erstmals der ersehnte Einzug in die Gruppenphase gelingen.

Gute Vorzeichen

Drei Pflichtspiele, drei Siege, 21:2 Tore - Salzburg befindet sich schon zu Saisonbeginn in beneidenswerter Form. So muss sich das Team von Adi Hütter vor dem kommenden Gegner nicht fürchten. "Physisch sind wir in einem sehr guten Zustand, haben viele Tore erzielt und Selbstvertrauen getankt. Und das brauchen wir in Baku", sagte Hütter, der den Gegner in der zweiten Quali-Runde beim 4:0 zu Hause gegen Valletta im Stadion beobachtet hat. Das Hinspiel hatte Karabach bereits mit 1:0 gewonnen, die nationale Meisterschaft hingegen schlummert noch.

Fünf Brasilianer

"Das ist eine gute Mannschaft mit fünf guten Brasilianern, die versteht, über das Spielerische ins Spiel zu kommen", lautete die grobe Analyse der mit zehn Legionären gespickten Mannschaft seines Kollegen und ehemaligen aserbaidschanischen Teamstürmers Qurban Qurbanov. Hütter hat erfreut zur Kenntnis genommen, dass Agdam nicht mit langen Bällen operiert. Ihre Spielweise dürfte den Salzburgern entgegen kommen.

Ähnlich optimistisch äußerten sich seine Kicker. "Ihr Stil wird uns gelegen kommen, sodass wir pressen können", sagte Spielmacher Kevin Kampl. Innenverteidiger Martin Hinteregger sah es genauso: "Wir wissen, dass Karabach sich wohl nicht hinten reinstellen wird, sondern eher versucht mitzuspielen. Wir können damit unser Offensivpressing besser einsetzen."

RBS in letzter Qualirunde gesetzt

Hütter darf ob der kompromisslosen Einstellung seiner Spieler, die zuletzt am Samstag beim 5:0 in Wr. Neustadt auch in Unterzahl eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde, zufrieden und zuversichtlich sein. "Dieser unbedingte Wille meiner Spieler macht mich stolz", sagte der Neo-Coach, der sich schon in seiner ersten Salzburg-Saison Hoffnungen auf die Gruppenphase machen darf. Denn nehmen die Salzburger die Hürde, ist man auch in der letzten Qualirunde gesetzt und vermeidet so Duelle mit großen Kalibern.

Erinnerungen an Wembley 1966

Agdam rechnet sich freilich auch gegen Salzburg Chancen aus. Aserbaidschans Meister hofft im 31.000 Zuschauer fassenden Tofiq-Bahramov-Stadion - benannt nach dem Linienrichter, der im WM-Finale 1966 in Absprache mit dem Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst das "Wembley-Tor" als Treffer wertete - zumindest auf ein Ergebnis, das für das Rückspiel eine Woche später hoffen lässt.

"Salzburg wird uns nicht den geringsten Fehler verzeihen. Wir wissen, wie stark sie sind", sagte Karabach-Verteidiger Ilqar Qurbanov. "Das ändert nichts daran, dass wir in die nächste Runde aufsteigen wollen." In der Vorsaison stieß Karabach in der Europa League bis in die vierte und letzte Qualirunde vor, wo gegen Eintracht Frankfurt (0:2 h, 1:2 a) Endstation war.

Herausforderung für den Biorhythmus

Die Zeitverschiebung von drei Stunden hat Hütter dazu bewogen, das Abschlusstraining am Dienstag für 23.30 Uhr anzusetzen. "Wir haben uns nach einer genauen Analyse dazu entschlossen, dass wir uns nach unserer Zeit orientieren, da wir wegen des kurzen Zeitraums zwischen Anreise und Spieltag den Biorhythmus unserer Spieler nicht unnötig beanspruchen wollen", begründete Hütter diese Vorgehensweise.

Neben dem gesperrten Alan werden Dauerpatient Isaac Vorsah (Knie), Valon Berisha (Kreuzbandoperation) und Asger Sörensen (Sprunggelenk) fehlen. Auch die Zehenblessur des in Wr. Neustadt geschonten Mittelfeldabräumers Stefan Ilsanker erwies sich als hartnäckiger als erhofft. Fit ist hingegen wieder Franz Schiemer.

Keine organisierte Fanreise

Ebenfalls verzichten müssen wird Salzburg auf Fanunterstützung. Aufgrund der strengen Einreisebestimmungen nach Aserbaidschan und der kurzfristigen Planung verzichtete der Klub auf die Organisation einer Fanreise. (APA/red, 29.7.2014)

Champions-League-Qualifikation, 3. Runde, Hinspiel

Karabach Agdam - Red Bull Salzburg
Baku, Tofig-Bahramov-Stadion, 17.30 Uhr MESZ, SR Serhi Bojko (UKR)
Rückspiel am 6. August in der Red Bull Arena, der Aufsteiger steht im Champions-League-Playoff, der Verlierer steigt ins Europa-League-Playoff um

Mögliche Aufstellungen:

Agdam: Sehic - Qurbanov, Hüseynov, Teli, Agolli - Richard, Qarayev - Danilo, Chumbinho, George - Reynaldo

Ersatz: Veliyev - Guliyev, Sadiqov, Yusifov, Muarem, Nadirov, Ahmedov

Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Bruno, Kampl, Leitgeb, Mane - Sabitzer, Soriano

Ersatz: Walke - Ankersen, Schiemer, Rodnei, Lazaro, Keita, Quaschner

Es fehlen: Alan (gesperrt), Vorsah (Knieoperation), Ilsanker (Zehenverletzung), Sörensen (Sprunggelenksverletzung), Berisha (Kreuzbandriss)

  • Die Bullen wollen bereits in Baku jubeln und damit den Grundstein für den Aufstieg ins Playoff der Champions League legen.
    foto: apa/ krug

    Die Bullen wollen bereits in Baku jubeln und damit den Grundstein für den Aufstieg ins Playoff der Champions League legen.

Share if you care.