Steirischer Postzusteller hortete 24.000 Briefe in seiner Wohnung

29. Juli 2014, 11:55
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Überforderung als Motiv - Post will Sendungen nachträglich zustellen

Feldbach - Ein 49-jähriger Postzusteller aus der Südoststeiermark soll im Zeitraum von 2006 bis 2014 rund 24.000 Briefe und Sendungen nicht zugestellt haben. Stattdessen soll er die Poststücke in seiner Wohnung gestapelt haben. Der offenbar überforderte Mann wurde angezeigt, hieß es seitens der Polizei am Dienstag.

"Der Mann gab an, psychisch angeschlagen und hohem Arbeitsdruck ausgesetzt gewesen zu sein", berichtete Chefinspektor Franz Lafer von der Polizeiinspektion Feldbach, der APA. Erst sich häufende Beschwerden in dem Zustellrayon führten im Zuge einer Überprüfung zur Klärung des "Briefschwunds": Die vermissten Sendungen wurden in ganzen Stapeln von Poststücken in der Wohnung des 49-Jährigen gefunden. "Der Mann hat 0,5 Prozent nicht zugestellt", erklärte Philipp Teper von der Österreichischen Post AG den Umstand, dass das Vorgehen des Angestellten lange nicht aufgefallen war. Teper sprach von einem "tragischen Einzelfall". Der Mann sei schon im Vorfeld gesundheitlich beeinträchtigt gewesen. Er wurde wegen Amtsmissbrauchs angezeigt und vom Dienst suspendiert.

Die Briefe wurden laut Chefinspektor Lafer ungeöffnet sichergestellt und befinden sich bei der Landespostdirektion in Graz. "Es muss noch mit den Behörden abgesprochen werden, ob die Sendungen als Beweismaterial benötigt werden. Sollte das nicht der Fall sein, wird die Post selbstverständlich zugestellt", ergänzte Post-Sprecher Teper auf Anfrage. (APA, 29.7.2014)

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