Häuserkampf

Einserkastl28. Juli 2014, 18:22
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Kann die Republik nicht wenigstens die Kosten für solche Megaeinsätze zurückverlangen?

Manche Immo-Firmen sind sehr kreativ, wenn es darum geht, Altmieter aus Gründerzeitbauten in Wien rauszubringen. Besonders einfallsreich die Firma Castella: Die hat in einem solchen Haus im zweiten Bezirk Punks wohnen lassen, möglicherweise mit dem Hintergedanken, dass diese mit ihren spezifischen Lebensäußerungen die Altmieter vergraulen.

Aber offenbar zu schlau gedacht: Denn die Punks solidarisierten sich mit den Altmietern und müssen nun selbst mit Polizeigewalt rausgeräumt werden. Aus Furcht vor Krawallen ist die Wiener Polizei mit einem Riesenaufgebot angerückt: Hundertschaften, Panzerwagen und Wasserwerfer. Selbst, wenn man bedenkt, dass die Punks sich so verbarrikadiert hatten, dass die Polizei sich im Haus den ganzen Tag über meterweise vorkämpfen musste: Hat das sein müssen?

Es gibt Tausende solcher Gründerzeitbauten in Wien. Sie haben oft absurd niedrige, geschützte Mieten. Die Besitzer investieren daher nichts, sondern verkaufen an "Immo-Entwickler". Die versuchen, mit Geld, aber manchmal auch mit Druck das Haus "bestandsfrei" zu machen, um sanieren und die Wohnungen verkaufen zu können.

Wenn aber eine Firma letztlich solche Megaeinsätze notwendig macht - kann die Republik nicht wenigstens die Kosten zurückverlangen? Das nicht. Ein Gericht hat die Räumung beschlossen, und der Polizeieinsatz dient der Durchsetzung. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 29.7.2014)

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