Wassertaxis auf der Donau bei Linz

28. Juli 2014, 18:18
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Motorboote könnten staugeplagte Pendler entlasten - Kosten schätzt FP-Stadtrat Wimmer auf rund 600.000 Euro pro Boot

Linz - 87.000 Einpendler verbucht laut jüngsten Verkehrserhebungen die Landeshauptstadt Linz täglich. Ziemlich genau die Hälfte davon kommen aus Mühlviertler Bezirken: 19.564 aus Urfahr-Umgebung, 9784 aus Freistadt, 7565 aus Perg und 6516 aus Rohrbach.

Von einem Verkehrsfluss ist daher insbesondere im morgendlichen Linz nichts zu spüren. Kilometer vor den Stadtgrenzen stellen sich die Autofahrer beinahe täglich an. Gegen den Pendlerfrust soll jetzt eine Idee der Linzer FP helfen: Konkret bringt der Linzer Stadtrat Detlev Wimmer die Donau als Ausweichroute für staugeplagte Autofahrer ins Spiel.

Wimmer schwebt der Einsatz von mehreren Wassertaxis vor, die an bestimmten Anlegestelle zwischen den Staustufen bei den Kraftwerken Ottensheim und Abwinden-Asten jeweils bis zu 60 Personen und 20 Fahrräder aufnehmen und stressfrei zum gewünschten "Zielhafen" bringen sollen.

Kein Westring-Ersatz

Wimmer: "Im Vergleich zu den teils milliardenteuren Straßenbauprojekten liegen die finanziellen Investitionen für die Flusstaxis in einem verträglichen Rahmen."

Die Trasse sei mit der Donau "bereits vorhanden", es müssten daher "nur die Boote angeschafft und die Anlegestellen ausgebaut werden". Als Absage an den vieldiskutierten Linzer Westring (Baubeginn 2015) will Wimmer die Pendlerschiffe aber nicht sehen: "Es ist eine Ergänzung zu geplanten Projekten - kein Ersatz."

Die Anschaffungskosten schätzt Wimmer pro Boot auf rund 600.000 Euro. Für den laufenden Betrieb seien zwei Varianten angedacht: "Entweder es findet sich ein privater Betreiber, oder das bestehende Angebot der Linz Linien wird um das Repertoire von Wassertaxis erweitert."

Maximal 3,50 Euro pro Fahrt

Die Kosten für die Pendlerfahrt zu Wasser will Wimmer möglichst niedrig halten: "Drei Euro, maximal 3,50." Im Linzer Gemeinderat wird die FP jetzt als nächsten Schritt einen Antrag auf eine Machbarkeitsstudie einbringen. Wimmer rechnet mit einer "klaren Zustimmung der Fraktionen".

Reinhard Vorderwinkler, Chef der Obersten Schifffahrtsbehörde im Verkehrsministerium, sieht im Standard-Gespräch keine größeren Probleme: "Es ist prinzipiell machbar. Der Verkehr auf der Donau ist nicht so stark, da ist ausreichend Platz für einen Pendlerbetrieb. Aber wie auf der Straße gibt es zu Wasser klare Regeln, die eingehalten werden müssen." (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 29.7.2014)

  • Pendler sollen künftig am Linzer Lentos vorbeischippern.
    foto: apa/ presseamt linz

    Pendler sollen künftig am Linzer Lentos vorbeischippern.

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