Gruppierung OPPT sorgte für Polizeieinsatz im Waldviertel

28. Juli 2014, 17:35
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Staatsanwaltschaft: "One People's Public Trust" erkennt Österreich nicht als Staat an - Haftbefehl ausgestellt und Gerichtsverhandlung angesetzt

Waidhofen an der Thaya - Die Polizei in Niederösterreich umstellte am Montag einen Bauernhof im Waldviertel und führte dort über mehrere Stunden einen Einsatz gegen eine esoterische Gruppe durch. Die Bilanz: Eine Person wurde verhaftet, rund 40 Personen wurden zur Identitätsfeststellung festgenommen. Ein Ermittlungsverfahren ist im Laufen. Dieses Resümee zog die Staatsanwaltschaft Krems nach dem Polizeieinsatz, der in Hollenbach, einer Katastralgemeinde im Waidhofen an der Thaya, durchgeführt wurde.

Im Zuge des Einsatzes mit 60 Beamten wurde eine Hausdurchsuchung bei einer Organisation, die Österreich nicht als Staat anerkennt, durchgeführt. Rund 200 Personen, die der Gruppierung OPPT (One People's Public Trust) angehören, sollen dort versammelt gewesen sein. Angaben über Ergebnisse der Hausdurchsuchung wollte eine Behördensprecherin am Dienstag keine machen.

"Internationale Organisation"

Die Gruppe tritt nach Angaben der Staatsanwaltschaft als "internationale Organisation" auf, die Österreich als Unternehmen bezeichne. Sie negiere die österreichische Rechtsordnung, weil diese dem von den Mitgliedern - die sich wiederum als Sheriffs und Souveräns bezeichnen - vertretenen "Common Law" untergeordnet sei.

Zu dem Polizeieinsatz im Waldviertel sei es gekommen, da die Vereinigung nach Naturrecht auch einen Haftbefehl gegen eine konkrete Person ausgestellt und für Montag eine öffentliche Gerichtsverhandlung in Hollenbach angesetzt hatte. Diese Person sei "massiv bedroht" und eingeschüchtert worden, auch der Vorwurf des Stalkings stehe im Raum. Laut Polizei soll die Gruppierung auch daran schuld sein, dass deren Konten gesperrt und der Strom abgedreht worden seien.

Aus Österreich "ausgetreten"

"Die Mitglieder sind aus dem Staatenverband Österreich ausgetreten", beschrieb eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft die OPPT. In der Waldviertler Gemeinde hätten Mitglieder auch Quartier genommen. Sie würden "mit Hoheitsrechten" auftreten. Sie seien, so berichteten Medien, in Niederösterreich zuvor nicht in Erscheinung getreten. Das bestätigte auch die Bundesstelle für Sektenfrage: Vorfälle wie diese seien in Österreich bisher nicht passiert, man habe aber gewusst, dass es OPPT-Anhänger auch in Österreich gibt.

OPPT bezeichnet sich als "Graswurzelbewegung" und kritisiert beispielsweise das bestehende Bankensystem, da dieses Menschen "das ganze Leben lang beraubt und betrogen hat". Außerdem würden alle Menschen über Generationen als Arbeitssklaven leben. (APA/spri, DER STANDARD, 29.7.2014)

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