Microsofts Bürosoftware-Paket Office wird 25

28. Juli 2014, 14:55
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Im Sommer 1989 erblickte Microsofts Büro-Paket Office das Licht der digitalen Welt zunächst am Macintosh

Ein digitaler Dinosaurier feiert Geburtstag: Am 1. August 1989 brachte Microsoft erstmals sein Büropaket Office auf den Markt. Darin bündelte der Konzern die bereits in Einzelversionen erhältliche Textverarbeitung Word, die Tabellenkalkulation Excel und die Präsentationssoftware PowerPoint sowie Mail erstmals in einem Paket. Die Version war für Apples Mac-Computer gedacht - die erste Windows-Variante folgte erst im November 1990.

Sonderangebot von 849 Dollar

Diese Entscheidung zeugt von den damaligen Kräfteverhältnissen im PC-Markt. Und auch die Preise lagen in einer ganz anderen Liga als heute: Zum Start bewarb Microsoft das Paket mit einem Sonderangebot von 849 Dollar (aktuell 632 Euro) statt der gut 1.300 Dollar, die man für die vier Programme zusammen sonst hätte zahlen müssen.

Das Jahr 1989 liegt ein Vierteljahrhundert zurück - für die Computerbranche eine Ewigkeit. Damals feierte der Telekomstandard ISDN auf der CeBIT Premiere, die von Bundeskanzler Helmut Kohl eröffnet wurde. Laptops gab es zum Preis ab 16.000 DM (rund 8.180 Euro). Intels 386er Prozessor stellte mit einer Taktfrequenz von 33 Megahertz neue Geschwindigkeitsrekorde auf und Steffi Graf und Boris Becker verschafften Deutschland in Wimbledon kurz zuvor einen Doppelsieg.

Auf CD-ROM

Software wurde damals zumeist auf Disketten verkauft, Microsofts Office-Paket gehörte zu den ersten Programmen, die es auch auf CD-ROM gab. Die DVD etablierte sich erst einige Jahre später als Massenspeicher. Heute fast allgegenwärtige Funktionen wie Drag&Drop oder auch einfache Werkzeugleisten spendierte Microsoft seiner Software erst mit der Versionsnummer 3.0 im Jahr 1992. Für die Entwicklung war lange Zeit Steven Sinofsky zuständig, der im selben Jahr zu Microsoft stieß und Ende 2012 den Konzern verließ.

Clippy

Legendär wurde die Büroklammer Clippy, die in Deutschland auch unter dem Namen Karl Klammer auf den Bildschirmen tätig war. Der kleine animierte Helfer stand zu allen erdenklichen Gelegenheiten assistierend zur Seite, zahllose Nutzer trieb seine Penetranz und Niedlichkeit allerdings auch zur Weißglut. Das Magazin "Time" zählte Clippy 2010 zu den 50 schlechtesten Erfindungen der Geschichte.

Heute hat das Büro-Paket nach Angaben von Microsoft mehr als eine Milliarde Nutzer. Nicht nur in Unternehmen - auch zahlreiche Privatanwender greifen darauf zurück. Neben Windows gehört Office bis heute zu den wesentlichen Säulen des Geschäfts für Microsoft.

Weg in die Cloud

Erst 2010 öffnete der Konzern seinem Goldesel erstmals den Weg in die Cloud. Mit den Office Web Apps konnte man die Bürosoftware auch unterwegs und über andere Geräte als den PC nutzen. Damit machte Microsoft sich auch ein Stück unabhängiger vom PC-Geschäft, das unter der Konkurrenz von Smartphones und Tablets leidet.

Unter Microsoft-Chef Steve Ballmer sprang der Konzern damit zögerlich auf einen längst fahrenden Zug auf. Denn Rivale Google war schon seit 2006 mit seinen Google Apps unterwegs, die neben einem webbasierten Mail-Programm auch weitere Büro-Anwendungen enthielten. Damit war der Internet-Konzern, der sich vorwiegend über Werbeeinnahmen finanziert, in die angestammte Domäne von Microsoft vorgestoßen.

Gegen Google

Anders als Microsoft setzte Google von vornherein auf Software, die von allen Geräten aus über das Netz zur Verfügung steht und auch gemeinsam genutzt werden kann. Microsofts Geschäftsmodell bestand hingegen traditionell aus dem Verkauf von Software.

Inzwischen hat Microsofts Büro-Paket mit der neusten Version Office 365 die Wende zu einem umfangreichen Cloud-Dienst komplett vollzogen. Office 365 vertreibt Microsoft im Abonnement, die Software lässt sich auf bis zu fünf Geräten nutzen. Office Online bietet zudem die kostenlose Nutzung von Word, Outlook oder PowerPoint in abgespeckten Webanwendungen.

"Cloud first, mobile first"

Während Ballmer die Entwicklung in der Computer- und IT-Branche zunächst ignoriert hatte, setzt sein Nachfolger seit Jahren auf die Cloud. "Cloud first, mobile first" ist das Mantra des neuen Chefs Satya Nadella. Er baut den Traditionskonzern zu einem Anbieter aus, der mit seiner Software und Diensten alle Plattformen bedienen soll - ob nun Personal Computer, Spielekonsole, Tablet oder Smartphone. (Renate Grimming/dpa/APA, 28.7.2014)

  • Microsoft feiert das 25. Jubiläum von Office.
    foto: microsoft

    Microsoft feiert das 25. Jubiläum von Office.

  • Einzelversionen von Excel, Word und PowerPoint gab es schon früher, am 1. August 1998 wurden sie erstmals als Software-Bundle in der Office-Suite angeboten.
    foto: microsoft

    Einzelversionen von Excel, Word und PowerPoint gab es schon früher, am 1. August 1998 wurden sie erstmals als Software-Bundle in der Office-Suite angeboten.

  • Excel für Macintosh ca. 1986
    foto: microsoft

    Excel für Macintosh ca. 1986

  • Excel Office 95.
    foto: microsoft

    Excel Office 95.

  • Excel heute in der iPad-Version.
    foto: microsoft

    Excel heute in der iPad-Version.

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