Manche mögen's heiß

28. Juli 2014, 13:01
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Nach der missachteten Stallorder beim Ungarn-Grand-Prix fliegen bei Mercedes zwischen WM-Leader Nico Rosberg und seinem Teamkollegen Lewis Hamilton natürlich die Fetzen

Budapest - Als sich Nico Rosberg mit der WM-Führung im Gepäck in den Urlaub verabschiedete, war der Ärger über die neue Eskalation im "Krieg der Sterne" noch längst nicht verflogen. Das Missachten der Teamorder durch seinen Mercedes-Stallrivalen Lewis Hamilton wurmte den 29-Jährigen noch am Tag danach maßlos, zu Beginn der Formel-1-Sommerpause herrscht bei den Silberpfeilen schon wieder Explosionsgefahr.

"Wir müssen das intern besprechen, ich möchte dazu nichts sagen", teilte der wütende Rosberg mit und verpasste sich selbst einen Maulkorb. Gemeinsam mit Hamilton und der Teamführung soll es ein klärendes Gespräch geben, um die nächste Eiszeit zu verhindern. Wann und wo, ist offen. "Es gilt, daraus zu lernen. So etwas wird uns nicht noch einmal passieren", sagte Motorsportchef Toto Wolff: "Es sind im Rennen viele Dinge schiefgelaufen, man sollte nicht alles an einer Situation festmachen."

Hamiltons Kalkül

Rosberg kostete es beim Großen Preis von Ungarn wohl den Sieg, dass Hamilton ihn in der Schlussphase nicht wie von der Teamführung gewünscht vorbeifahren ließ. Hamilton wollte für Rosberg, der auf einer anderen Strategie unterwegs war, nicht auf die Bremse treten und warf so eigensinnig den Triumph für sein Team weg. Er selbst erhielt sich damit alle Chancen im WM-Kampf.

Hätte er Rosberg ziehen lassen, wäre sein Rückstand von 14 Punkten weiter gewachsen, so konnte er ihn sogar verringern. Rosberg wurde nur Vierter, Hamilton raste aus der Box als Dritter auf das Podest - und hat nach elf Rennen nur noch elf Zähler Rückstand. "Sehr, sehr schockiert" war der Engländer, dass ihn das Team überhaupt aufgefordert hatte, für seinen deutschen Kollegen zu bremsen: "Ich habe das Richtige gemacht. Ich fahre für mich, nicht für ihn."

Dampf und Plauderei

"Wir können von den Fahrern in der zweiten Saisonhälfte nicht mehr erwarten, dass sie für ihren Hauptkonkurrenten aus dem Weg gehen", sagte Wolff und zeigte genau wie Mercedes-Boss Niki Lauda Verständnis für Hamilton. "Nico war nicht dicht genug dran, warum hätte Lewis für ihn bremsen sollen? Lewis hat keinen Fehler gemacht", sagte Lauda. Kritik dafür, dass Hamilton eine eindeutige Anweisung missachtete, gab es nicht. "Ich will nicht den General spielen", meinte Wolff: "Wir hätten am Funk auch härter eingreifen können." (sid/red, 28.7.2014)

  • Wenn der Funke überspringt ...
    foto: ap/hughes

    Wenn der Funke überspringt ...

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