Wie es zum Krieg kommen kann

28. Juli 2014, 11:53
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Sechs Männer suchen einen friedlichen Ort - eigentlich

Die Geschichte beginnt ganz friedlich. "Es waren einmal sechs Männer, die reisten durch die Welt auf der Suche nach einem Ort, wo sie in Frieden leben und arbeiten könnten", heißt es. Sie finden schließlich so ein Fleckchen Land und besiedeln es. Doch dann geht alles irgendwie schief. Mit dem wachsenden Wohlstand steigt auch die Sorge, bestohlen zu werden. Macht und Misstrauen nehmen zu, Soldaten werden engagiert, Bauern vertrieben. Am Ende wird eine kleine Ente einen Krieg auslösen. "Sechs Männer" von David McKee erzählt davon, wie leicht Kriege entstehen können. Dass es nicht viel braucht, damit Menschen zu streiten und kämpfen beginnen.

Einfache Skizzen genügen, um die Sinnlosigkeit, den Wahnsinn solcher Auseinandersetzungen zu zeigen. Gerichtet ist das Buch des britischen Autors an Kinder ab dem fünften Lebensjahr.

Der Text ist dementsprechend verknappt und treibt in klaren, schnörkellosen Worten die Geschichte der sechs Männer voran - im Stile eines Berichterstatters: "Ihre Gier wuchs und ihre Macht wuchs, bis die sechs Männer das ganze Land beherrschten, vom hohen Wachturm bis zum großen Fluss." Ein glückliches Ende darf nicht erwartet werden. Nach den Kämpfen bleiben nur sechs Männer auf jeder Seite übrig, die gebeugt das Feld räumen - "sie reisten durch die Welt auf der Suche nach einem Ort, wo sie in Frieden ..." (Peter Mayr, DER STANDARD, 28.07.2014)

David McKee
"Sechs Männer"

48 Seiten, € 14,40
NordSüd-Verlag 2014

(DER STANDARD, 26.7.2014)

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