Hepatitis: Hohe Dunkelziffer

28. Juli 2014, 10:27
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Die Infektion mit einem Hepatitis-Virus bleibt oft unbemerkt - im schlechtesten Fall kann sich Leberzirrhose entwickeln

Weltweit ist jeder zwölfte Mensch von Virus-Hepatitis betroffen. An Hepatitis sterben ebenso viele Menschen wie an Aids oder Malaria. Auch in Österreich ist Virus-Hepatitis keineswegs selten: Laut Wolfgang Vogel von der Innsbrucker Universitätsklinik für Innere Medizin sind bis zu 70.000 Österreicherinnen und Österreicher (0,8 Prozent) von Hepatitis B und mehr als 40.000 (0,5 Prozent) von Hepatitis C betroffen.

Für den Obmann der Bundesfachgruppe Innere Medizin in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Lothar Fiedler, ist daher der Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2014 eine gute Gelegenheit, auch die heimische Bevölkerung über Risiken und Möglichkeiten der Vorbeugung verstärkt aufzuklären. Vor allem, weil die Krankheit oft ohne spürbare Symptome verlaufe und viele Betroffene gar nicht wüssten, dass sie das Virus in sich tragen.

Hepatitis A, B, C

Die wichtigsten Formen der Erkrankung - Hepatitis A, B und C - unterscheiden sich in der Übertragungsweise und in ihrer Gefährlichkeit. Hepatitis A wird durch verunreinigtes Essen und Getränke oder über Schmierinfektion übertragen.

Aus österreichischer Sicht handle es sich um eine klassische Reisekrankheit. Fachgruppenobmann Fiedler: "Vor einer Reise in Länder mit niedrigen Hygienestandards sollte man sich daher sicherheitshalber impfen lassen - auch wenn die Erkrankung von selbst und ohne Langzeitfolgen ausheilt. Vor Ort sollte man vor allem ungekochte Nahrungsmittel wie Salat oder Obst, aber auch Eiswürfel meiden. Besondere Vorsicht ist auf Toiletten geboten."

Lebertransplantation infolge chronischer Hepatitis

Viel gefährlicher seien jedoch Hepatitis B und C, weil sie rasch chronisch würden, bei Hepatitis C in bis zu 80 Prozent der Fälle. Beide Formen können zu Leberzirrhose, ja sogar zu Leberkrebs führen. Dazu komme, dass die Betroffenen mangels Symptomen oft jahrelang nichts von ihrer Infektion wüssten und somit Gefahr liefen, andere Menschen anzustecken.

Sowohl Hepatitis C als auch B würden durch Sexualkontakte übertragen, aber auch durch Kontakt mit infiziertem Blut, Letzteres vor allem beim Spritzentausch unter Drogensüchtigen, so ÖÄK-Fachgruppenobmann Fiedler.

Hepatitis B und C seien nur schwer zu behandeln, weil nicht alle Patienten auf die bisher verfügbaren Medikamente ansprächen. Aktuell bestehe allerdings Hoffnung auf wesentlich höhere Heilungsraten dank neuer Substanzen. Laut Vogel betreffen rund ein Fünftel der jährlich in Österreich durchgeführten Lebertransplantationen Patienten mit chronischer Hepatitis.

Prävention und Früherkennung

Während es zur Vorbeugung von Hepatitis C keinen Impfstoff gibt, ist eine Impfung gegen Hepatitis B möglich. So können sich insbesondere Angehörige von Hepatitis-B-Patienten vor einer Ansteckung schützen. Hervorzuheben ist auch, dass es für alle Säuglinge im Rahmen des kostenlosen Kinderimpfprogramms eine Kombinationsimpfung gibt, die auch die Immunisierung gegen Hepatitis B beinhaltet.

Eine gute Chance der Früherkennung sowohl von Hepatitis B als auch C ist hingegen die kostenlose Vorsorgeuntersuchung. Speziell Risikogruppen sollten diese Möglichkeit nutzen, sind sich die Experten einig. (red/derStandard.at, 28.7.2014)

  • Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags ließ die Hepatitis Hilfe Österreich 7.000 Luftballons im Wiener Prater steigen.
    foto: hepatitis hilfe österreich

    Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags ließ die Hepatitis Hilfe Österreich 7.000 Luftballons im Wiener Prater steigen.

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