Alitalia droht ohne Etihad die Pleite 

27. Juli 2014, 20:00
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Regierungschef Matteo Renzi spricht von Massenentlassungen als Folge

Regierungschef Matteo Renzi nahm am Wochenende kein Blatt vor den Mund: "Wer den Deal zwischen Alitalia und Etihad platzen lässt, ist für eine Beschäftigungskrise verantwortlich, bei der einem das Gruseln kommt." Nicht 2000, sondern 15.000 Entlassungen drohten bei der italienischen Airline, falls nicht alle Gewerkschaften dem Kostenabbau zustimmten.

Auf gut Deutsch: Sollte die Fusion mit Etihad scheitern, droht Alitalia der Konkurs. Falls in dieser Woche keine Einigung erzielt wird, besteht Gefahr, dass die arabische Etihad aus dem Deal aussteigt. Einige Lieferanten warnen bereits, den Kredit zu verweigern.

Post-Chef will Auflagen

Schwierigkeiten kommen auch von Großaktionären, wie von Poste Italiane. Der Postkonzern hat zwar in letzter Minute der Kapitalerhöhung von 250 Mio. Euro zugestimmt. Doch stellt Post-Chef Francesco Caio Auflagen: In einem einstündigen Telefonat mit Etihad-Chef James Hogan schlug er die Bildung eines Paket-Express-Zustelldienstes vor, in dem das Dutzend Postflugzeuge (Mistral) eingesetzt werden könnte. Diskutiert wird auch eine gemeinsame Plattform, die Etihad-Alitalia-Tickets oder Reiseversicherungen bei den Postschaltern vertreibt.

Caio will die Kapitalerhöhung für Investitionen und nicht für die Schuldentilgung nutzen. Dagegen Sturm läuft Unicredit. Die Bank-Austria-Mutter beteiligte sich im Jänner mit 50 Mio. Euro zwölf Prozent) an Alitalia und weist auch Kredite von 288 Mio. Euro gegenüber der Airline auf. Diese sollen in Aktien umgewandelt werden. "Wir dulden keine Vorzugsbehandlung von Poste Italiane", betonte Unicredit-Chef Federico Ghizzoni. (Thesy Kness-Bastaroli, DER STANDARD, 28.7.2014)

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